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Nahalat tsevi · 1932-12-01 · Heft 3 (Dezember 1932) · p. Seite 70

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 3 (Dezember 1932)
Date
1932-12-01
Page
Seite 70 (sequence 10)
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70 ne unserer Menora weiterdenken und über die Jahrtausende hinweg, die seit den Tagen der Hasmonäer vergangen sind, einen Blick auf unsere Tage werfen,!scheint da die unendliche Verarmung, die auch über unsere Zeit hereingebrochen ist nicht ein Gottesfinger zu sein, der uns auf das Beispiel der Hasmonäer ׳hinweist והיו עניים ולא יכלו לעשותה יעל זהב die zu arm waren, um sich eine Menora aus Gold zu verfertigen, die aber in ihrer Armut und trotz ihrer Armut als ewig vorbildliche Kämpfer für Gott und Gottes Gesetz durch alle Zeiten leuchten? Eines drängt sich in diesen trüben Zeiten von selber auf, wenn wir an diesem Chanukka an die Holz-Menora der Hasmonäer denken: nämlich der furchtbare Gegensatz, der sich heute auch in jüdischen Kreisen zwischen reich und arm aufgetan hat. Wer wird gerade in unserer Zeit den ersten Satz unserer Chanukka-Vorschriften ohne Ergriffenhei; lesen können צריך ליזהר מאד בהדלקת נרות חנוכה ואפילו עני המתפרנס מן הצדקה שואל או ״ מוכר כסותו ולוקח שמן להדליקMan muß das Anzünden!der Chanukka-Lichter sehr ernst nehmen. Selbst ein armer Mann, der von Wohltätigkeit lebt, muß betteln gehen oder sein Kleid verkaufen, um sich Oel fürs Anzünden zu verschaffen.“ Mit dieser Forderung werden sich höchstwahrscheinlich nicht alle Zeitgenossen einverstanden erklären. Es wird viele geben, die sagen werden, daß in einer Zeit, wie es die unsrige ist, die den Ruf der Sparsamkeit, der Einschränkung der Lebensbedürfnisse auf das Allernotwendigste mit größter Eindringlichkeit erhebt, auch die Religion es sich gefallen lassen müsse, auf das Allernotwendigste eingeschränkt zu werden. Gewiß ist Sparsamkeit eine sehr schöne und wichtige Sache, aber man sollte nie vergessen, daß der Mensch |nur durch eine Kräftigung seines religiös-sittlichen Bewußtseins zur Sparsamkeit erzogen werden kann. Der Staat allein kann hier ohne Religion nichts fertig bringen. Er gibt sich zwar alle Mühe, auf die Volksgenossen nach dieser Richtung hin einzuwirken; so steht in der deutschen Reichsverfassung der Satz: ״Eigentum verpflichtet, sein Gebrauch soll zugleich Dienst sein für das gemeine Beste“ — Wird und kann es ihm aber jemals gelingen, seine Forderung durchzusetzen? Kann der Staat aus eigener Kraft und Machtvollkommenheit seine Bürger jemals zur Sparsamkeit erziehen? Kann er es verhindern, hat er es bisher und wird er es in Zukunft verhindern können, daß /in einer Zeit, in der

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