Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 69 (sequence 9)
- Belongs to
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69 viele seiner Zeitgenossen sich dem Judentum allmählich entfremdet hätte; und wenn es ihm schon gelungen wäre, sich selbst auf der Höhe des jüdischen Berufes zu erhalten, wer weiß, ob er es auch fertig gebracht hätte, seine fünf Söhne in seinem Geiste zu erziehen! Vielleicht war aber das Feuer seiner Seele mächtig genug, um auch inmitten der טומאה ihre Reinheit zu bewahren, ja vielleicht ist dieser Gegensatz zwisehen Stadt und Land in der uns gewohnten krassen Form erst ein Erzeugnis unserer Tage, wo so viele die Vorstellung haben, daß Ländlichkeit und Frömmigkeit identische Begriffe seien,!die da glauben: fromm sein bedeutet ländlich sein, die fest überzeugt sind, daß Gott, als er seine Thora offenbarte, nur an die Landjuden gedacht hat und darum im selben Augenblick, wo sie das Pflaster der Großstadt betreten, תירה und מצות beiseite schleudern. — Vielleicht, nein, sicherlich waren schon Mathisjahu und seine Söhne von dem Geiste jenes Wortes erfüllt, das die רבנן דימה im Munde führten (Berachoth 27a) מרנלא בסוטייהו דרבנן דיבנה אני בדיה וחברי בריר. אני מלאכתי בעיר והוא מלאכתו בשדה אני משבים למלאכתי והוא משכים למלאכתו כשם שהוא אינו מתגדר במלאכתי כך אני איני מתנדר במלאכתו ושמא תאמר אני מרבה והוא ממעיט שנינו אהד המרבה ואחד הממעיט ובלבד שיכון לבו לשמים. ״Ich bin ein Mensch, *und der andere ist ein Mensch. Ich arbeite in der Stadt, jener arbeitet auf dem Lande. Ich bin fleißig bei meiner Arbeit, er ist fleißig bei seiner Arbeit. Ebenso wie er keine Sehnsucht hat nach pieiner Arbeit, ebensowenig habe ich Sehnsucht nach seiner Arbeit. Nun könntest du aber sagen: ich leiste mehr, und er leistet weniger. Darauf gibt es eine Antwort: einerlei, ob jemand viel oder wenig leistet, die Haupt- Sache ist, in welcher Gesinnung er es leistet; ob er es versteht, sein Herz mit ewigen göttlichen Gedanken zu erfüllen.'‘ Nicht auf den äußeren Glanz, auf den inneren Wert unseres Tuns kommt es an. War ja die Menora der Hasmonäer nicht aus Gold sondern aus Holz, wie die נמרא in כ״ד:) ר*ה) sagt, ünd RasChi bemerkt dazu: כשגברה ידם על היונים והוציאום מירושלם .וטיהרו את המקדש והיו עניים ולא יכלו לעשותה של זהב Die Hasmonäer waren arm. Aus einem Ersatzstoffe, aus Holz mußten sie ihre Menora hersteilen. Auch an ihnen bewährte sich die alte Wahrheit: יאה עניותא לישראל, daß der beste Nährboden der jüdischen Thoratreue noch immer die Armut war. Und wenn wir heute diesen ernsten Gedanken beim Schei-