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Nahalat tsevi · 1932-10-01 · Heft 1-2 (Oktober 1932) · p. Seite 49

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 1-2 (Oktober 1932)
Date
1932-10-01
Page
Seite 49 (sequence 51)
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49 kam die Zeit, da ward der Wunsch der Seele reif und übermächtig, und sie wollte sich um jeden Preis zu Gott wenden. Da band sie alle geistigen Kräfte dies Menschen und zog sie zu sich, ließ keine Freiheit und Beschäftigung mehr zu, und alle Wehr war vergebens. Sie band den Menschen wie ein Bündel, so daß er ein einziger Wunsch war, zu Gott zu gelangen. So verließ er alles und war bereit zu folgen. Die Seele erhob sich zu ih'rem1 hohen Flug. Ihre Flügel waren Sehnsucht und Anbetung Gottes. Und die Seele zog aus, um Gott selbst zu suchen und zu finden, sich bei Ihm auszuweinen, sich vor Ihm zu beugen, vor Ihm zu bekennen, Ihm für Seine Güte und Barmherzigkeit zu danken und Seine Gnade zu erfahren und vpn Seinem unend- 'liehen Licht ׳erleuchtet zu werden. Sie ließ alle Dinge der Welt, tat von sich jeden irdischen Wunsch ab, jedes flache Genügen und jede niedere Betrachtung, machte sich rein in der Läuterung der Buße, spannte sich hoch im: Aufschwung des Gebetes, gab sich Festigkeit durch gute Tat, hüllte sich in die weißen Gewänder der Sehnsucht und der Erkenntnis ihres Geringseins und krönte sich mit der Krone des Vertrauens auf Seine Gnade und mit ihrem brennenden Begehren. So durchmaß sie die sieben Schlünde des Abgrundes und die sieben Wölbungen der Höhe, und auf ihrem Weg sang sie das Lied ihrer Sehnsucht mit einer großen Freude, weil sie endlich auf dem Weg zu ihrem Herrn war, und mit einer leisen Bangigkeit, wie sie bestehen würde und ob sie Gnade fände. Zuerst flog die Seele schnell dahin und wußte Richtung und Weg, und die Kraft ihres Begehrens war frisch und unverbraucht. Sie flog dahin wie der Sturmwind mit rasender Schnelligkeit, und sie gelangte in die erste der drei Höhen, in die Höhe des Lichtes, welches ein Abglanz ist der oberen Höhe des Feuers, dieses ist ein Abglanz der dritten Höhe des Glanzes, und diese letzte Höhe ist ein Schatten und Abglanz vom Trone Seiner Herrlichkeit. Und jede Höhe ist erhaben über Raum und Zeit, und die Seele muß Unendlichkeiten durcheilen, will sie in den Schatten des Trones gelangen. Die Seele kam zur ersten Höhe des ewigen Lichtes, das war hell und weiß über jedes erfahrene Maß. Das Licht wogte in großer Bewegung, es war wie ein Auf und Nieder, und ein gewaltigeis Brausen erfüllte die Luft, aber überall war Licht und nirgends eine Lücke, und das Licht hatte große Dichte, und die Seele spürte es an sich entlang

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