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Nahalat tsevi · 1932-10-01 · Heft 1-2 (Oktober 1932) · p. Seite 45

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 1-2 (Oktober 1932)
Date
1932-10-01
Page
Seite 45 (sequence 47)
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45 Judentum, religiöser Sozialismus und Pazifismus. Von Dr. B. Cohen. Herr cand. oec. J. Wechsler hat, Heft 11/2, S. 370/2, Bedenken dagegen, daß sich die jüdische Religion restlos mit Pazifismus und religiösem Sozialismus identifiziere. A. Betreffs des Pazifismus ist sein Gedankengang, fußend auf Kelsen, Dehn u. a. etwa der: Dia wir laut לינא לסלכוהא die Staaten bejahen müssen, die Staaten aber, solange es keinen allmächtigen Weltgerichtshof gibt, auf Krieg nicht verzichten können, so sei es uns auf Grund unserer Verpflichtung zur Fürsorge fürs ״Wohl der Stadt" (Jer. 19) unserer Galuthheimat unmöglich, den Krieg zu ächten und den Kriegsdienst zu verweigern. Im ״Israelit" 1930, 4. und 11. Dezember, glaube ich nach1gewiesen zu haben, daß Krieg eines jüdischen Staates auch im vormessianischen Zeitalter nur unter Voraussetzung eines Synhedrialbeschlusses möglich, und da ein solcher seit Ende der Ordination unmöglich, gleichfalls undenkbar geworden ist und vor allem: daß unsere Mitarbeit ״am Wöhle der Stadt" nur durch Mitarbeit am friedlichen Gedeihen unseres Wirtslandes ihren Sinn erfüllt. Die von Herrn W. zitierte Unter- Scheidung zwischen diesseitiger und messianischer Völkerharmonie באלה הימים ובאחרית הימים ist in mehrfachem Sinne דלא כהילכתא dem Ergebnis der zitierten Talmudstelle für die Praxis zuwider. In der Mischna gestattet R. Elieser, Waffen iam Sabbath als Schmuck zu tragen; die Weisen verbieten es als Verunzierung laut Jes. 2,3. Der Amora Samuel, bemerkt der Talmud im Anschluß daran, leugnet die Weltfriedensstiftung durch den Moschiach. ,'Das kann ja niemals bedeuten, er entscheide nach R. Elieser; eine solche einseitige Feststellung hätte der Talmud expressis verbis, wie er es immer in solchen Fällen tut, hervorgehoben. Sondern es bebedeutet: Ob noch Galuth herrscht oder Schon MOschiach gekommen sein wird, — die Pflicht, Prophetenideale der Verwirkliehung nähern zu helfen, ist, wie alle Thiorapflichi, immer die gleiche; nur werden wir, vom Schibud Malchioth frei, als Gottes- Staat nach Moschiachs Ankunft dasselbe anstreben, was wir heutzutage nur als Einzelbürger fremder Staaten mitanbahnen helfen

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