Mannheim
Compact Memory

Nahalat tsevi · 1932-10-01 · Heft 1-2 (Oktober 1932) · p. Seite 44

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 1-2 (Oktober 1932)
Date
1932-10-01
Page
Seite 44 (sequence 46)
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2551369-2551370-2551372--0938-2552443
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

44 sen wir, daß der ״Israelit“ nicht uns am Schlüsse seiner Ausführungen schulmeistert mit den Worten: ״Was uns fehlt, ist nur jenes Uebermaß von Liebe und gegenseitigem1 Ver* stehenwollen....“ ״Was wir brauchen, ist eine Mussar-Betwegung, die uns den Sinn des לכף זכות p unter gesetzestreuen, Brüdern lehrt, und dazu noch die Ehrfurcht vor dem Wirken und den Entscheidungen unserer — lebenden — rabbinischen Autoritäten in Deutschland.“ Wenn der ״Israelit“ auf diese Weise versucht, unseren Standpunkt der ״Intransigenz“ zu diskreditieren, so ist dies gelinde gesagt reichlich ungerecht. Der ״Israelit“ mag zehnmal überzeugt sein von der Richtigkeit 6eines Standpunktes — den unseren, der, wie der ״Israelit“ genau weiß, sich mit der Auffassung Rabbiner Hirschs und Rabbiner Breuers deckt, auf Mangel an ״jenem Uebermaß an Liebe und gegenseitigem Verstehenwollen, auf Unfähigkeit דן לכף זכות zu sein, auf mangelnde Ehrfurcht vor den lebenden rabbinischen Autoritäten zurückzuführen, ist ,eine Anklage gegen unsere Großen ז״ל und unseren ganzen Kreis, der trotz seiner zahlenmäßigen Kleinheit immerhin nicht die schlechtesten Jehudim umfaßt. Der Schriftleitung des ״Israelit“ sind die Motive unseres Standpunktes durchaus bekannt, und es ist wahrlich nicht würdig eines ״Centralorgans für das orthodoxe Judentum“, diesen Standpunkt, für dessen Vertretung gegenüber der lächelnden Oeffentlichkeit immerhin ein gewisser Mut gehört, durch den Vorwurf einer jüdisch-ethischen Minderwertigkeit herabzusetzen und so manchen Urteilslosen einen willkommenen Vorwand zu bieten, diese verhaßte Ecke der Orthodoxie als etwas durch und durch Schlechtes zu verurteilen. Der 1״sraelit“ taag seine Ansicht über unsere Frage nach Belieben propagieren — die Popularität ist auf seiner Seite, und er bedarf zu ihrer Hebung nicht unserer Diskreditierung. Der Friede innerhalb der unabhängigen Orthodoxie, den ja jeder anstrebt,!wird aber nur dadurch gefördert, daß der ״Israelit“ für unseren von tiefstem Verantwortungsbewußtsein und tiefster Ehrfurcht vor unseren heimgegangenen Großen ז׳יל , die unseren lebenden Autoritäten wahrlich keinen Abbruch tut, eingegebenen Standpunkt die gleiche!Toleranz aufbringt, die er nach manch anderer Seite hin zeigt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.