Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 1-2 (Oktober 1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 41 (sequence 43)
- Belongs to
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41 den Weg zum jüdischen Volk erschließt, diese bedauerliche Tatsache schreibt Dr. Breuer dem Fehlen von Führern zu, die den Willen hätten, ihre Anhänger die Einheit von Thora- Herrschaft im Leben des Einzelnen und Thora-Herrschaft im Leben der Gesamtheit zu lehren und so den Rahmen der Thora geweihter Organisationen auszufüllen. In Nr. 33 des ״Israelit“ werden diese Breuer’schen Ausführungen einer eingehenden Kritik 1unterzogen. Der ״Israelit“ ist der Ansicht, daß Dr. Breuer sich bei seinen Darlegungen von Depressions-Stimmungen leiten läßt, daß es uns durchaus nicht an geeigneten Führern gebricht und wir keine Veranlassung zur Klage haben. Nun hat ja Dr. Breuer durchaus nicht bestritten, daß unsere Rabbiner in Deutschland ihr Bestes für die Thora leisten, er vermißt nur die folgerichtige Parallelstellung: Einzelleben — Gesamtheitsleben, die allein den Organisationen ihre jüdische Kraft geben würde. Doch wäre diese Frage, ob wir Führer haben oder nicht, wahrlich1 keine Veranlassung in eine große Polemik darüber einzutreten, ebensowenig wie die Frage, ob die deutschjüdische Orthodoxie ihre Schicksalsstunde in ״jämmerlicher Verfassung“ trifft. Es handelt sich hierbei nicht um Fragen grundsätzlicher Natur, und wenn der ״Israelit“ im Gegensatz zu Dr. Breuer der Ansicht ist, es sei alles in bester Ordnung, so ist das sein gutes Recht. Was dagegen hier Veranlassung bietet, erneut auf den Artikel Dr. Breuers und die Erwiderung im ״Israelit“ zurückzukommen, ist folgendes: Breuer bezeichnet den etwaigen Wunsch, die Gemeindeorthodoxie und deren geistesverwandte Richtungen innerhalb der orthodoxen Organisationen zu emanzipieren, als Traum, den er offensichtlich bedauert — der ״Israelit“ bekennt sich ausdrücklich zu diesem Traum. Hier tritt nun in aller Oeffentlichkeit und in aller Klarheit zu Tage, daß innerhalb der selbständigen Orthodoxie ein Gegensatz besteht in deren Verhältnis zur Gemeindeorthodoxie. Im Heft 1/2 des 2. Jahrgangs unserer Zeitschrift sucht Isaac Breuer den Standpunkt Rabbiner Hirschs זצ״ל und Rabbiner Breuers זצ׳ל gegenüber der Gemeindeorthodoxie darzulegen. Unsere beiden großen Rabbiner ז׳ל waren ängstlich darauf bedacht, jeden Anschein zu vermeiden, als wäre der Standpunkt der Gemeindeorthodoxie religiös und hälachisch auch nur diskutabel. Sie vermieden alles, was innerhalb der Orthodoxie auch;nur so hätte mißverstanden werden können, als sei