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Nahalat tsevi · 1932-10-01 · Heft 1-2 (Oktober 1932) · p. Seite 39

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 1-2 (Oktober 1932)
Date
1932-10-01
Page
Seite 39 (sequence 41)
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59 ein junger Mann den Talmud hätte studieren können, gibt es nun Jeschiwoth nicht bloß in London, sondern auch in Manchester, Leeds, Liverpool und Gateshead; ebenso gibt es ein Netz von Talmud-Thora-Schulen in London und in den Provinzen, die den geistigen Stand jeder Gemeinde zu heben geeignet sind. ׳ Die englische Judenheit macht zur Zeit einen interessanten Uebergang durch. Bisher gab es zwei streng gesonderte Typen von Gemeinden, jede mit ihrer Eigenart von geistigem Führer: auf der einen Seite das Element der englisch Geborenen, geführt von einem Prediger, einem Zögling von Jewish College, dessen Erziehung hauptsächlich einen profanen Charakter hatte, andererseits das fremde Element, in der Regel geführt von einem Raw, den man aus der Heimat bezogen hatte, der seine Jugendzeit auf Jeschiwoth zugebracht hatte, ohne profane Bildüng. Seine Funktionen beschränken sich in der Hauptsache auf diejenigen eines Dajan. Es ist klär, daß diese beiden Arten von Führern sich1 nach ihren Charakteren 90 unterscheiden: wie die Gemeinden, denen sie dienten. Mit dem Aufhören der Neueinwanderung nach Großbritannien, eine Folgeerscheinung des Krieges, verschwanden die fremden Congregationen allmählich, und die ausländischen Rabbonim kämen etwas außer Mode. Man duldet zwar den ausländischen Raw, soweit er noch1 in seiner Stellung ist, man sucht aber nicht seinesgleichen bei einer etwa eintretenden Vakanz. Es kam sogar jüngst in einer wichtigen Gemeinde Großbritanniens vor, daß mlan den betagten Raw pensionierte und ihm den Zutritt zur Synagoge verwehrte, die er lange Zeit betreut hatte. Dieser Vorgang, für den ich keine Parallele in einer anderen Gemeinde kenne, zeigt aber klar die Stellung der aufwachsenden Generation, der Kinder der Ein- Wanderer, gegen den fremden Raw. Mag das Verschwinden des ausländischen Raw aus dem Bild der englischen Judenheit noch so bedauernswert sein, mah muß zugestehen, daß dieser Typ in Hinsicht auf die junge Generation ein Mißgriff war; der gelehrteste und heiligste Führer versagt gegenüber der Jugend, wenn er ihre Spracht nicht beherrscht, ihre Gedankenrichtung nicht versteht, ihre Wünsche und Lebensformen nicht begreift. Andererseit verfehlt auch der Prediger seinen Beruf, der zwar von moderner Kultur erfüllt, aber ohne tieferes talmudisches Wissen einen Unheilvollen Einfluß auf die Gemeinde haben muß. Es ist klar,

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