Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 1-2 (Oktober 1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 37 (sequence 39)
- Belongs to
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37 Fremden offen waren, wurde die englische Judenheit fortwährend durch neue Einwanderungen von Juden und Jüdinnen aus dem großen östlichen Reservoir gespeist und aufgefrischt. Die neuen Einwanderer bildeten ihre Gemeinden, schufen ihre eigenen gemeindlichen Einrichtungen bauten ihre eigenen Synagogen, in denen sie ihre Gebete nach ihrem eigenen Minhag verrichteten,!und die Thora studierten, wie in ihrer alten Heimat. In diesen fremden jüdischen Zentren blühte das jüdische Leben in nicht zu verkennender Weise auf. Kann diese Periode als eine gute Phase in der englischen jüdischen Geschichte betrachtet werden? Nein! Die neuen Einwanderer aus verschiedenen Gegenden vder Welt, von denen eine stattliche Reihe mit tiefem jüdischen Wissen ausgerüstet war, taten wenig oder gar nichts für die Errichtung von Heimstätten des Lernens und für die Uebertragung des guten jüdischen Geistes aus ihrem Heimatland in ihre neue Heimat. Ihr einziges Streben war Geld, Geld, Geld. Sie kamen in die Synagoge, lernten ihr Blatt Talmud, mehr aus Gewohnheit als aus Frömmigkeit und innerem Zwang, aber sie errichteten keine einzige Erziehungsanstalt, in der ihre Kinder systematisch1 hebräischen Unterricht hätten erhalten können. Die Kinder dieser Einwanderer erlernten nur eines: den Materialismus. Der fromme, gelehrte Vater klopfte, bevor er in die Synagoge ging, an den Schlafraum seiner Kinder, damit sie rechtzeitig ins Geschäft kämen, [und oft begaben sich diese Männer aus Wilna, Warschau und Budapest am Sabbat ins Geschäft, nachdem sie gebetet hatten: ״wesChomru bene jisroel es haschabbos“. Es ist klar, daß unter diesen Umständen ihre Kinder, in England geboren, ohne jede jüdische Kultur ׳aufwuchsen und schließlich auf ihre Eltern nicht mit tiefer Verehrung, der Frucht innerlicher Frömmigkeit, schauten, sondern!sie!als eine Mischung von Falschheit und Heuchelei mit Herzenseinfalt und Bigotterie betrachteten. Dies war tatsächlich die innere Lage der englischen Judenheit zu Anfang dieses Jahrhunderts. U:nd wie geht es heute? Ich will auch nicht für einen Augenblick unterstellen, daß die Angelegenheiten der englisdhen jüdischen Gemeinde zur Zeit befriedigend sind; sie sind weit davon entfernt. Soziale und erzieherische Einrichtungen sind auch jetzt noch vom Standpunkt der orthodoxen Judenheit aus in ihren Anfängen. Bei Vergleich mit anderen Ländern