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Nahalat tsevi · 1932-10-01 · Heft 1-2 (Oktober 1932) · p. Seite 35

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 1-2 (Oktober 1932)
Date
1932-10-01
Page
Seite 35 (sequence 37)
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i5 Zum Schlüsse sei noch bemerkt, daß das ganze Institut ein unumstößlicher Zeuge für die Authentizität der mündlichen Tradition ist. Denn wem wäre es wohl eingefallen, es aus den Worten אם בעליו עמו zu entwickeln. Ja, gerade umgekehrt! Nachdem schon diese Tradition feststeht, wird immer wieder betont, (vergl. das einleitend Ausgefüihrte) daß der ״einfache Wortsinn“ nicht annähernd so viele Schwierigkeiten enthalte. Gleichwohl ist in den wenigen Worten der תורה in prägnanter Weise der Sinn des Instituts angedeutet, so wie er sich aus den traditionellen Bestimmungen offenbart. In ויקרא כ*ה, לוה ל*ו heißt es: (Vergl. S. R. Hirsch z. Stelle) ״Und wenn dein Bruder vermögensschwach wird und es schwankt seine Hand bei dir, so unterstütze ihn, auch den nur Beisasse gewordenen Fremden, so. daß er bei dir lebe. (.(וחי עמך ״Von ihm darfst du keine Einbuße und Vermehrung nehmen und hast dich vor deinem Gotte zu fürchten;unddeines Bruders Leben sei mit dir verbunden (וחיאחיךעמך). Wie S. R. Hirsch z. St. (Kommentar V. 36) ausführt, bedeuten die Worte ז וחי אחיך עמך die Lebensentfaltung deines Bruders ist eng mit dir und der deinigen verbunden. Zu deiner Lebensaufgabe gehört auch der Erwerb der Mittel, die dich befähigen, dem sozial mit dir verbundenen Bruder zur Erreichung seiner Lebensbestimmung zu helfen. In genau derselben Weise soll nun auch das בעלין עמו andeuten, daß zwischen dem Eigentümer und dem Hüter ein Verhältnis enger persönlicher Verbundenheit besteht, das in aller Regel zu einem stillschweigenden Verzieht auf die gewöhnlichen Haftungsgrundsätze führt, die einem Fremden gegenüber zum Schutze des Eigentums unentbehrlich sind. Als äußeres Kriterium für die Feststellung einer solchen persönlichen Verbundenheit gibt dann die mündliche Tradition das Begriffsmerkmal der Arbeitsleistung. So bildet diese Tradition nur eine Erläuterung desjenigen, was in dem Texte der תורה bereits enthalten ist. Es erklärt sich aus dem Vorstehenden auch, daß das Institut der שב״ב in der תורה gerade bei der Leihe entwickelt wird, obwohl es auf diese keineswegs beschränkt ist. Die Leihe setzt nämlich an und für sich schon eine engere Beziehung der Parteien zueinander voraus, so daß besonders bei ihr die Voraussetzungen der שב־ב recht häufig gegeben sein werden.

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