Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 1-2 (Oktober 1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 33 (sequence 35)
- Belongs to
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ii D. Inhalt und Sinn des Instituts. Die Beantwortung der Frage nach dem Sinn des so seitsam lanmutenden Instituts wird wesentlich1 erleichtert durch eine!nähere Betrachtung dessen, was die נמרא ב״מ צ״ו über die Zulässigkeit der Stellvertretung bei der Leistung der ־ שביב Verhältnis begründenden Arbeit ausführt. Hierbei nimmt die נמרא jan, daß der allgemeine Grundsatz שלוחו של אדם כמותו nicht ohne weiteres anwendbar ist. Sie macht vielmehr die Entscheidung abhängig von der Kontroverse, welche zwischen ר׳ יונתן!und ר׳ יאשיה hinsichtlich der Zulässigkeit der Stell- Vertretung bei der Auflösung der Gelübde der Ehefrau durch den Ehemann besteht. Der Grund hierfür ist darin zu suchen, daß die נמיא voraussetzt, daß es sich hier wie dort um ein höchst persönliches Verhältnis handelt, bei welchem die Stell- Vertretung nicht ohne weiteres als zulässig anerkannt werden kann. In der Tat liegt in dieser Voraussetzung der Schlüssel zur Lösung des ganzen Problems. Es handelt sich darum, daß die Rechtsordnung nicht gleichgültig an der Tatsache vorübergehen kann, daß in sehr vielen Fällen bei der Begründung eines שמירה-Verhältnisses stillschweigend vermutlich auf eineHaftung(imGegensatz zur Hutverpflichtung) verzichtet wird, weil zwischen den Parteien derart enge Beziehungen herrschen, die eine Berufung auf die gesetzlichen Haftungsregeln ausschließen, die aber andererseits auch eine ausreichende Gewähr für eine besonders sorgsame Pflichterfüllung bieten. Die Schwierigkeit, derartigen Umständen gesetzgeberisch Rechnung zu tragen, liegt darin, daß es zu diesem Zwecke erforderlich ist, Gefühlswerte, Imponderabilien, in logische Regeln zu kleiden. Um festzustellen, daß bei Begründung eines Vertragsverhältnisses solche Beziehungen zwischen den Parteien bestanden haben, wird man nach konkreten Aeußerungen suchen müssen, die nach außen hin deren Vorhandensein präsumptiv dokumentieren können. Als ein solches Kriterium sieht die תורה die Arbeitsleistung an. Durch ein Arbeitsverhältnis wird nach jüdischem Recht eine personenrechtliche Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geschaffen. Die Arbeitsleistung ist keine Ware, welche Gegenstand eines gewöhnlichen Schuld- Verhältnisses ist, über die man etwa einen Kauf- oder einen