Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 1-2 (Oktober 1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 24 (sequence 26)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2551369-2551370-2551372--0918-2552423- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
tet, der zionistischen Weltorganisation durch den Kauf des Schekels anzugehören und den Keren Kajemeth, den Keren Hajessod und den Palästina-Arbeiterfond zu unterstützen.“ Dieser Beschluß ist auf mehreren Bundestagungen angenommen und damit zur ״Rechtsnorm“ geworden. Dabei hat sich — und das ist für die Kenntnis des inneren Bundeslebens ungemein wichtig — eine zahlenmäßig beachtliche, geistig regsame und politisch aktive Gruppe gebildet, die sich als ״linke Opposition“ bezeichnet. Sie steht politisch auf dem Standpunkt der K. P. D., ohne indes deren Kampf gegen den Palästinaaufbau zu billigen. Dem Aufbau in seiner gegenwärtigen Form steht die linke Opposition auch ablehnend gegenüber, sie ist aber für die Schaffung!einer sozialistischen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina. Sie lehnt nur einen Palästinaaufbau mit Geldern der Fonds ab, an denen die jüdische Bourgeoisie!mitbeteiligt ist und der mit Zustimmung der politischen Macht Englands erfolgt. Demgegenüber argumentiert eine andere Gruppe: Wir wollen den Aufbau einer jüdisch-sozialistischen Heimstätte in Palästina jetzt und in dieser Zeit, zusammen und gegen die Machte, mit denen und gegen die wir dieses Ziel erreichen können. Wir sind daher bereit, Hilfe auch von nicht-sozialistischen Mäcliten, wir sind bereit, Hilfe vom englischen Imperialismus und von der jüdischen Bourgeoisie anzunehmen, wenn wir so das sozialistische Palästina bauen können. Wir wissen, daß dieser Aufbau gerade durch die Hilfe dieser Mächte außerordentlich schwierig ist, wir wissen aber, daß er in dieser Zeit ohne diese Mächte unmöglich ist. Soweit die Auseinandersetzung über den Nationalismus, wenn man vom Standpunkt des Sozialisten an die Dinge herangeht. Etwas anders sieht es aus, wenn als Ausgangspunkt die zionistische Grundhaltung genommen wird: Wir wollen Palästina jetzt aufbauen, wir wollen aber dennoch nicht in einen Gegensatz geraten zum Sozialismus. Wir üben Kritik an der kompromißreichen Tätigkeit der deutschen Sozialdemokratie und fühlen ,uns stärker mit der kommunistischen Bewegung verbunden. Auf der anderen Seite aber besteht noch ein Rest jüdischer Substanz und jüdischen Zusammengehörigkeitsgefühls. Wir streben nach einem Aufbau, wie ihn die kommunisti-