Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 1-2 (Oktober 1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 23 (sequence 25)
- Belongs to
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25 liehen Problem weicht man doch aus, wenn im offiziellen Bundesorgan dieser Dualismus mit programmatischen Sätzen abgetan wird wie: ״Nicht für eine kapitalistische Kolonie in Palästina, in der das ganze Elend Europas herrscht, mit glänzenden Palästen und Quartieren des Hungers! Wir, die jüdische Jugend, wollen nicht, daß der Jude dort nur national befreit wird, aber wirtschaftlich und sozial Knecht bleibt. Wir wollen ganze Freiheit, und die kann nur kommen, wenn Zionismus und Sozialismus sich vereinigen, wenn der national bewußte Jude sich der Arbeiterklasse verbündet. Wir bejahen unsere nationale Existenz als Juden und verlangen unser nationales Lebensrecht, aber wir wollen nicht als rückständige, sondern als fortgeschrittenste Nation unser Leben aufbauen.4‘ Das sozialistisch-zionistische Ziel, auf das man lossteuert, scheint vielleicht nur darum eindeutig bestimmt zu sein, weil man es eben noch nicht erreicht Hht, weil mian noch auf der Fahrt dorthin begriffen ist. Um so notwendiger ist die Distanzierung gegenüber andern Gruppen, vor allem denen, an die man immer wieder Menschen verliert. Das Bundesorgan des Brith Haolim bringt eine Fülle von Aufsätzen über diese ״Abgrenzung“, die für den kritischen Betrachter weit wichtiger sind durch das, was sie verschweigen, als durch das, was sie bringen. Die prekäre Lage, die sicli aus der doppelten Zielsetzung Nationalismus — Sozialismus ergibt, wird mit Begriffen wie ״starkes gegenseitiges Vertrauen“, ״Gemeinsamkeit menschlicher Haltung“ bagatellisiert. Es ist seitsam: Wo eine politische Formulierung — denn eine slolche ist doch das charakterisierte Erziehungsideal — scharf herausgearbeitet und eindeutig fixiert werden müßte, da verschanzt man sich hinter irrationalen Begriffen, die dem Vokabularium des allgemeinen Wandervogel entnommen sind. Man führt sogar ethische Gründe für diese Unbestimmtheit an: Es sei unmoralisch, jemanden deshalb von der Zugehörigkeit zum Bunde auszuschließen, weil der Inhalt ®eines Denkens sich nicht mit dem Inhalt des Denkens!der Mehrheit deckt. Aber trotzdem eine recht deutliche Abgrenzung gegenüber dem Kommunismus: ״Die Zugehörigkeit zur kommunistischen Partei Deutschlands ist mit der Zugehörigkeit zum J. J.W. B. nicht vereinbar. Positiv sind die Mitglieder des J. J.W. B. verpflich-