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Nahalat tsevi · 1932-10-01 · Heft 1-2 (Oktober 1932) · p. Seite 21

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 1-2 (Oktober 1932)
Date
1932-10-01
Page
Seite 21 (sequence 23)
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21 respondenz mit Gleichgesinnten. Den Weg des jüdisch-nationalen Menschen fand man vorgezeich'net, den des sozialistisehen mußte man sich selbst erarbeiten. So entstand die Idee eines jüdischen Sozialismus, eines Arbeiterzionismus, und zwar nicht als das logische Erlebnis eines Wissens tun die Gesellschaft und deren ökonomische Lage, sondern ebenso als Ausdruck von Gefühlen und Stimmungen, die durch Erlebnisse, Tradition, Volkslieder usw. wachgerufen wurde. Das einzige Charakteristikum ist ein starkes idealistisches Bewußtsein seiner Bekenner. Und nicht einmal das ist typisch jüdisch, sondern eine ganz geläufige Erscheinung, daß junge soziale Bewegungen die Rolle eines opferbereiten Vorbildes spielen. Wenn heute noch, nach einer jahrzehntelangen Entwicklung, der jüdisehe Sozialismus als Massenbewegung noch im Frühstadium sich befindet, so deshalb, weil zuviel begriffliche Klärung über das Wesen des Nationalismus wie das des Sozialismus Voraussetzung für ein wirklich reales Programm wäre. Es ist oben schon angedeutet worden, wieviele jüdische Menschen der J. J.W. B. als Opfer auf dem Altar des Kommunismus darbringen mußte und immer noch bringt, indem auf jedem Bundestag eine Gruppe Ernst macht mit der Verwirklichung sozialistischer Lebensführung und nach Moskau sich wendet. Daß dieser Absplitterungsprozeß nicht noch größer wurde, liegt an der überwiegend aufs Praktische eingestellten Arbeit des Gesamtbundes. Schon seit 1923 datiert die Chaluzbevvegung, die einen großen Aufschwung nahm, so daß in den letzten Jahren weitaus die Mehrheit aller deutschen Chaluzim vom J. J.W. B. gestellt wurde. Ein Verdienst des j. J.W. B. — Verdienst im zionistischen Sinne — liegt darin, daß es heute keinen jüdischen Jugendbund mehr in Deutschland gibt, in dem der Gedanke des Chaluziuth nicht Wurzel gefaßt hat.2 Diese starke, im Laufe der Jahre ausschließliche Betonung des Chaluziuth erhielt ihre Impulse von der Vereinigung des Bundes mit dem sozialistischen Brith Hanoar (1924), und die Folge davon war die Wiedervereinigung mit dem schon vorher dem Brith Hanoar beigetretenen Brith Haolim. In einer Reihe von Hachscharahzentren (Wolfenbüttel, Hameln usw.) erhielten die Angehörigen dieser Bünde ihre praktische * Inwieweit auch der Esra hiervon betroffen ist, mag einer späteren Darstellung Vorbehalten bleiben.

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