Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 1-2 (Oktober 1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 19 (sequence 21)
- Belongs to
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19 den Austritt vollziehen. So geschah es 1921, als einer bestimmten zionistisch orientierten Gruppe das Kokettieren mit jüdisch-nationalen und sozialistischen Ideen nicht mehr genügte und statt dessen eine Festlegung des Bundes auf die zionistische Idee forderte. Noch lehnte die Mehrheit des Bundes diese Ziel- Setzung ab, die Minderheit ging teils zum Blau-Weiß, teils gründete sie die ״Jung-Jüdische Schar“, nahm Ihre sozialistisehen Tendenzen mit und gründete 1922 den ״Brith-Haolim“. Sie hatte die Entwicklung des Gesamtbundes schneller durchjgjeanadrt. Im Bunde selbst, der seine Beziehungen zum Verband der jüdischen Jugendvereine auch 1922 gelöst hatte, bekämpfen sich noch kommunistische, sozialistische, zionistische, orthodox jüdische und allgemeine Wandervogeltendenzen. Es ist ein Mosaik, dessen Buntheit die drei Referenten des gleich nach dem Austritt einberufenen Bundestages illustrieren: Es sprachen Albert Norden (Sohn des Reformrabbiners in Elberfeld) im kommunistischen, Eduard Freund (Sohn des Land• rabbiners in Hannover) im orthodoxen, und ein dritter Redner, Sally Katzenstein, im zionistischen Sinne. Die Zielsetzung der einzelnen Gruppen war naturgemäß so verschieden, daß eine Auseinandersetzung über die Grund- Prinzipien des Bundes nicht lange auf sich warten ließ. Scho» im Jahre darauf, 1923, erfolgte eine Säuberung des Bundes durch den Austritt von kommunistischen und ״reinen“ Wandervogelgruppen, und seit dieser Zeit ist der Zionismus als Grundlage des Bundes statuiert. II. Der Ausschluß bezw. Austritt der kommunistischen Gruppe war eine innere Notwendigkeit, wenn man ein bewußt jüdischer Bund sein wollte. Es ist mit dieser Feststellung weniger an die wirtschaftlichen Ideen des Bolschewismus gedacht als an die kulturelle Struktur jenes staatlichen oder auch Überstaatliehen Gebildes, das der Kommunismus erstrebt. Bei Problem- Stellungen wie Kommunismus und Nationalismus, Kommunismus und Religion sind uns heute nur die theoretischen Lösungen der III. Internationale und die reichlich gewaltsamen Praktiken des Bolschewismus in Rußland bekannt. Wie letztlich hier die Entscheidung lauten wird, läßt sich heute nicht einmal schätzungsweise übersehen. Ist die ״Nation“ letzte Gegeben-