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Nahalat tsevi · 1932-10-01 · Heft 1-2 (Oktober 1932) · p. Seite 5

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 1-2 (Oktober 1932)
Date
1932-10-01
Page
Seite 5 (sequence 7)
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5 Und wie die ״kommende Proletarisierung“ uns nur dann zum Segen gereichen wird, wenn sie uns von der Ueberschätzung des materiellen Reichtums befreit, so kann und wird dieser Segen nur dann vollkommen werden, wenn jenes Solidaritätsgefühl, das man mit dem deutschen Volke ersehnt, vor allem innerhalb der jüdischen Oemein׳schaft erwacht. Als die Söhne Rubens und Gads voreilig an die Besitzergreifung des Ostjordanlandes gingen, da ist dieses Vorgehen von Moses und dem ganzen Volke als Anmaßung, als Ueberheblichkeit empfunden worden. ״Wie kommt ihr dazu“ sprach Moses zu ihnen, ״euch über das Volk zu erheben? Weil ihr über größere Herden verfügt als wir, weil ihr reicher!seid als wir, seid ihr darum was Besseres als wir?“ Und nicht eher ruhte Moses, als bis er diesen Herrschäften ihren Prominentendünkel ausgetrieben hatte. Erst mußten sie ihm versprechen, in Reih und Glied mit dem ganzen Volke die Eroberung des Landes vollenden zu helfen, bis er ihnen die Erlaubnis zur Niederlassung gewährte. Klassenstolz, Klassenhochmut, Klassendünkel —!das dürfte es in einer jüdischen Gemeinde nicht geben. Niem!als darf eine jüdische Gemeinde plutokratis!ch! geführt und verwaltet werden. Denn wie soll die Ehrfurcht vor Gott und!dem Gotteswort in Israel heimisch wierden, wenn kein Moses da ist, der das Goldene Kalb zerschlägt, wie sollen unsere Kinder lernen, die geistigen und seelischen Güter des Lebens höher zu bewerten als alles materielle Gut der Erde, wenn sie merken, daß jenes Wort, das sie als erstes in ihrer Fibel buchstabieren lernen, daß die jüdische Gemeinde eine תורה-Gemeinde ist — תורה צוד. לנו משה מורשה קהלת יעקב keine lebendige Wahrheit, sondern nur eine hohle Phrase ist! Stolz, Hochmut, Dünkel darf eis aber in einer jüdischen Gemeinde noch au!s einem anderen Grunde nicht geben, denn Stolz, Hochmut und Dünkel, das waren und sind die bösen Geister, die uns den Weg zur תשובה versperren. Einst sprach Gott zu Jerobeam: ״ חזור בךKehre zurück und werde ein anderer“. Seine Antwort lautete: ״ מי בראשWer soll als König der )Erste sein?“ Und als Gott zu ihm sprach:בן ישי בראש״ David, der Sohn Isais soll der Erste sein“, da!erwiderte 6^אי הכי לא בעינא ״Wenn dem so ist, dann will ich bleiben wer ich bin!“ Diese Frage מי בראש , sie ist leider noch heute der springende Punkt, um den sich alles im geschäftlichen und gesell-

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