Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 11-12 (August 1932)
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 383 (sequence 65)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2551369-2551378-2551386--0883-2552382- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
353 Doch sind dies alles im Wesen sekundäre Momente. Einen tiefen Einblick gewährt die Schrift in drei Punkten. Das sind erstens die Voraussetzungen und Erscheinungen des Gegensatzes zwischen Araber und Juden, seine Anfange und Äußerungen, zweitens die Tragik des Zionismus in seinem Hinabgleiten von einem Ideal in die rauhe Wirklichkeit der Gegensätze zwischen Land- und Stadtbevölkerung, Arbeifcerlinksbewegung und misrachistischen Thora willen, Arbeitsidyll und Opportunismus, kolonialem Experiment und zäher Ausdauer. Drittens aber, und das ist wohl die Haupttendenz der Schrift, zeigt sie die Unvereinbarkeit der Tendenzen der Balfourdeklaration sowohl mit der englischen Politik während des Krieges, als auch mit den Auffassungen und Interessen der katholischen Kirche. Wir glauben, daß weite jüdische Kreise, gleichsam hypnotisiert durch die Araberfrage, diesen Komplex schon sehr oft gänzlich übersehen haben, obwohl die katholische Kirche seit 1323 (Gasparis Note an den Völkerbund) mit aller wünschenswerten Deutlichkeit ihren Standpunkt dargelegt hat. Umsomehr sind wir überzeugt, daß eine religiöse Durchdringung alles Strebens nach Palästina und alles Tuns in Palästina auch hier genau wie bei den Arabern, viel Verständnis und VersBändigung erzeugen würde. P. K. ממקור הנצח, Band I, von J. Schmulewitz, Telsiai. Kowno 5692. Von der Erkenntnis geleitet, daß sowohl unsere Gebete wie auch das Offenbarungsgut der Bibel in unserem Zeitalter immer mehr zur Sache des Intellektes und zum Gegenstand eines wissenschaftlichen Studiums geworden sind, wodurch sie von ihrem Wert für die Herzensbildung viel eingebtißt haben, setzt sich der Verfasser zum Ziel, die in den Gebeten wie in den Büchern der Bibel verborgenen Gemüts werte in ihrer ganzen Tiefe auizud ecken. Er behandelt in diesem Geiste im vorliegenden 1. Teil seines fortlaufend erscheinenden Werkes eine Reihe von Stellen ans dem täglichen Morgen- und Abendgebet sowie aus den Psalmen und dem Buche Kohelet, wobei er bewußt auf die gewöhnliche WWi-Methode, auf Quellenforschung und auf Midrasch-Auslegung verzichtet. Es ist ihm lediglich darum zu tun, die Gefühlsinhalte der Tefillo und der Bibel in ihrer prophetischen Kraft und Ursprünglichkeit wieder lebendig zu machen und solchermaßen eine notwendige Verinnerlichung unseres Judentums zu fördern. Dieser Zielsetzung ist er vollauf gerecht geworden. Den weiteren Teilen seiner wertvollen Betrachtungen sehen wir daher mit Interesse entgegen. E. M. Ein Weggenosse. (Hannah, Versuche zur Einführung in das jüdische Leben, von Aron Gerechter, Berlin 1930, Selbstverlag (Krausnikstr. 12) kl. 4°, 237). Unsere Zeitschrift, die nach dem Statut unserer Gesellschaft der Verbreitung und Popularisation hirschischen Geisteserbes dient, hat Anlaß, das Erscheinen der Gerechterschen Schrift mit eingehender Würdigung herzlich zu begrüßen. An ihr erkennen wir die eigentliche Auswirkung hirschischen