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Nahalat tsevi · 1932-08-01 · Heft 11-12 (August 1932) · p. Seite 369

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 11-12 (August 1932)
Date
1932-08-01
Page
Seite 369 (sequence 51)
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36$ Schüler 75,80/0; Studenten 3,8 °/0; Kaufleute 120/0; fert. Akademiker, Soz. Beamt., Handwerker 8,40/0. Rechnet man zur Gruppe der Schüler noch etwa 50/0 junge Kaufleute (Lehrlinge), so standen immer noch 70/0 Kaufleute den 3,80/0 Studenten gegenüber, eine Tatsache, die umso bebeachtenswerter ist, als in allen anderen jüdischen Jugend- Organisationen — häufig genug zu ihrem Schaden — der Student das Uebergewicht hat. Die verhältnismäßig große Zahl der Kaufleute als Führer war auch der innere Grund für die starke Betonung sozialer Arbeit im Kameradenbund. — — Religion und Religiosität. Von cand. oec. Joseph Wechsler, Nürnberg. Die Tatsache, daß die jüdische Religion als solche heute nur mehr wenig Einfluß auf das soziale, wirtschaftliche, geistige und sittliche Leben ihrer Bekenner auszuüben vermag, veranlaßt Herrn Dr. Steinberg in seinem Artikel ״Ueber jüdische Religiosität“ (Nachalath Z’wi, Ii. Jahrgg. Heft 9/10) die Hüter der jüdischen Religion aufzufordern, aus ihrer bisherigen Zurückhaltung herauszutreten und zu den politischen und sonstigen Tagesfragen im Namen der jüdischen Religion Stellung zu nehmen. ״Wird die Religion ihre gewaltigen seelischen Kräfte (Glauben, Treue, Opfersinn, Bruderschaft, Lebensfreude) ״in den Dienst“ unserer Zeit stellen, dann werden die schweren Kämpfe dieser Zeit vertieft und geheiligt, dann wird die Religion selbst zu neuem Ewigkeitsleben erwachen. Denn das Ewige und Zeitliche sind religiös eins“ (Steinberg a. a. O., S. 272). Nachdem man sich bisher allzu starr für eine absolute Trennung von Religion und Politik eingesetzt hat, erscheint eine solche Forderung als Paroli hiezu wohl erwünscht. Trotzdem kann nicht verhehlt werden, daß dieser neue Standpunkt genauso einseitig und deshalb auch genauso verfehlt ist wie der bisherige. Man könnte einen solchen Standpunkt m. E. nur dann konsequent vertreten, wenn es sich nachweisen ließe, daß das Judentum tatsächlich zu allen heute aktuellen Problemen einen eindeutigen Standpunkt eingenommen hat und daß seine diesbezüglichen Bestimmungen sich auch ohne weiteres auf die heutigen Verhältnisse übertragen werden können.

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