Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 11-12 (August 1932)
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 365 (sequence 47)
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365 dachtes. Aber es ist wieder ganz im Sinne von Stefan George, wenn man in einem späteren Lebensstadium — und das unterscheidet ihn von Dichtern wie Rilke und Hoffmansthal — nicht den vielfach farblos gewordenen Begriffen und Werten, denen man bisher gedient, nachtrauert, sondern nach einer Umstilisierung hin ihnen weiter dient und ihnen die Treue hält auch im späteren Leben: ״Wer je die Flamme umschritt, bleibe der Flamme Trabant.“ Es ist ein unbestreitbares Verdienst des ״Ringes“ im Kameradenbund, daß seine älter gewordenen Mitglieder die Kluft zwischen Berufsarbeit und erträumter Fortsetzung der bisherigen hündischen Arbeit durch intensive Tätigkeit auf sozialem Gebiet stets verminderten, oft sogar sie überbrückten. Das Erlebnis der Gemeinschaft hat die Verantwortung für andere Menschen lebendig gemacht und die Jugend zum Dienst am Nebenmenschen erzogen. Der Verantwortung für die eigene kleine Gemeinschaft muß bei gesunder Entwicklung ein starkes Verantwortungsbewußtsein auch für die größere folgen. Die soziale Arbeit führt den Menschen von seinem theoretisehen Bewußtsein in das Tun hinein, in ihm gilt es, Kraft und Hingabe am einzelnen Fall zu erweisen. Hier merkt er auch, daß er Möglichkeiten zu Aenderungen hat, daß er entscheidend, wenn auch nicht gleich im ganz Großen, eingreifen kann. Die erste und allgemeine Aufgabe ist die Durchdringung der sozialen Arbeit mit einer Gesinnung, die den Menschen, der Objekt der Wohlfahrtspflege ist, auch als Menschen ansieht und die nur allzubekannte ״Wohltätigkeit“ unmöglich macht. Ungeheures hat auf diesem Gebiet nebenberuflich geübter sozialer Arbeit gerade der Berliner Kameradenbund geleistet, durch Uebernahme von Pflegschaften, Schutzaufsichten über Jugendliche, Mitarbeit in den Wohlfahrtskommissionen u. s. w. Die Betätigung in solch sozialer Arbeit bedeutet sicher keine leichte Aufgabe, bietet aber einen Weg produktiver Arbeit und ist damit ein Beitrag zur Lösung der Aelterenfrage. V. Und die Jüngeren?-Die solches noch nicht leisten können? Entsprechend!den immer wieder von neuem auftauchen-