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Nahalat tsevi · 1932-08-01 · Heft 11-12 (August 1932) · p. Seite 362

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 11-12 (August 1932)
Date
1932-08-01
Page
Seite 362 (sequence 44)
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362 Gottesdienerschaft. Fast scheint es, als sei man im Kameradenbund mit wundem Herzen den bequemen Weg gegangen: ״Wohl bleibt das Religiöse das Letzte, doch gibt es Stufen der Bereitung. Zum letzten sind wir noch nicht fähig, nicht die Gewöhnung zeigt dorthin den Weg, sondern gerade die religiöse Abstinenz, die meist bis zu 16—18 Jahren gewahrt wird“ (Bundesblatt 1928 S. 17) Oben war betont worden, daß der ״Kreis“ zunächst — bis zum Jahre 1924 — zahlenmäßig recht klein war. Die ideologische Weiterbildung war, wie bei allen Jugendbünden, fast!ausschließlich Sache der älteren Führer gewesen, die in mehrjähriger innerer Bundesarbeit die einzelnen Phasen erlebten. Aber dieser innere Prozeß mit seinen Erlebnissen sagte dem jungen Nachwuchs kaum etwas. Man muß schon alle Stadien durchlaufen haben, muß reifer geworden sein, um aus der Ideologie des ״deutsch-jüdischen Menschen“ heraus hier za enden. Andere Nöte und andere Hoffnungen trieben die Jugend in den Kameradenbund, die offizielle Bundesleitung, in der naturgemäß die ältere Führerschaft das Uebergewicht besaß, bot kaum eine Hilfe, auch nur einen Teil der Fragen zu lösen, mit!denen eine mit jüdischen Problemen noch nicht belastete Jugend in den Bund kam. Verständnislosigkeit füreinander und daraus resultierende mangelnde Zusammenarbeit brachten Führerschicht und Bund ganz auseinander. Die Bundesleitung zog im Jahre 1924 hieraus die Konsequenz und erklärte im Namen der Führerschaft, mit dem Bunde nicht mehr Zusammengehen zu können; es entstand der ״Aelterenbund der Kameraden“. IV. Die ״Jugendiührerschaft“ übernahm ohne Zögern die Fort- Setzung des Bundeslebens. Im Sinne einer Reaktion auf die jahrelangen Tendenzkämpfe des Bundes ließ die neue Bundesleitung die Beschränkung auf besondere jüdische Aufgaben fallen und eröffnete mit bewußter Tendenzlosigkeit eine neue Aera der Kameraden-Entwicklung: ״Wir wollen uns nicht in den engen Rahmen der Tendenz spannen lassen; eine richtige Erziehung des Jungen zum selbständigen Denken wird ihn zur )gegebenen Zeit schon die richtige Entscheidung treffen lassen.“ Vom allgemein jüdischen Standpunkt aus ist es äußerst

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