Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 11-12 (August 1932)
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 360 (sequence 42)
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360 kultureller und religiöser Art, es unser Charakteristikum den anderen gegenüber, das hervorgehoben werden soll; daher wollen wir uns ״Jüdischer Wanderbund“ nennen“. — Die ״Deutschen“ sagen wiederum: ״Wir sind stolz auf unsere jüdische Herkunft und wollen dem auch Rechnung tragen, jedoch haben wir auch deutsche Aufgaben. Beschäftigung mit deutschem Kulturgut, Anteilnahme an den gemeinsamen Zielen der!deutschen Jugendbewegung ist wesentliche Aufgabe des Kameradenbundes.“ — Man einigt sich auf die Formel von der Schaffung des ״Deutsch-jüdischen Menschen“. Diese Einigungsformel besitzt alle Kennzeichen des Kompromisses und trägt in sich die Forderung nach Interpretation. Mit solchen Interpretationen ist es ein eigen Diing. Stets kommt es darauf an, wer interpretiert. Das geistige Uebergewicht im Kameradenbund hatten die ״Juden“ in dem Augenblick errungen, indem sie ihr Judesein als eine Problematik empfanden;und dadurch — natürlich unbewußt — der jugendlichen Neigung zur ewigen Problemstellung entgegenkamen. Die ״Deutschen“ wollten der jüdischen Herkunft ״Rechnung tragen“. Das!bedeutete im günstigsten Falle Konzessionen, niemals aber ein Inhalt. Demgegenüber steht die.'jüdische Gruppe, die zwar seltsamerweise — siehe obendas, was fehlt, als Charakteristikum bezeichnet, der jedoch’ in Franz Rosenzweig, der jener Tagung als!Gast beiwohnte, ein fördernder Helfer ersteht.* Das ״Jüdische“, das Franz Rosenzeig dem׳ Karperadenbund brachte, äußerte sich besonders stark in einer Hinwendung zu religiösen Formen. Man veranstaltete, Gottesdienste, bpi denen Rosenzweigs Uebersetzungen benutzt wurden. An regelmäßigen Versuchen neuer Gestaltung des Gottesdienstes war, das jgundesleben sehr reich. In,gemeinsamen religiösen Feiern־,; an 1;jüdischen Festtagen suchte man allgemein Menschliches; anklingen zu; lassen. Der Eindruck; auf die Teilnehmer solcher Feiern scheint; immer recht groß gewesen zu sein, — unzählige, Briefe mit Berichten von Bundestagungen zeugen davpn — , , * Es ist hier nicht: der Ort, über Wesen und Werk dieses leider so fr{ih Heimgegangenen zu sprechen. Wer in aller Kürze .Grundsätzliches von 1ihm tiö^en will, lese"' seinen’“äri'Kfertin Biber' ’gerichteten Aufsatz ״$ie; Bauleüteb (t)er Jude, Jahrgang VJU? Heft 8)־ in■* dem er sifeh,:iü Äh!- schauusigen bekennt; die! auch dem streng!orthodoxen Juden' manches;! i, ״ ,o-j sit’ih 0. .!. ״; ,;.üb; nagDgab