Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 11-12 (August 1932)
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 359 (sequence 41)
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359 Sehr schnell und deutlich lehnte man Jugendpflegearbeit an weiteren Kreisen, die ihrem Wesen nach nicht zur Jugendbewegung gehören, ab. Das befreite den Bund von Mitläufern und von jedem Einfluß interessierter Altersverbände. Energisch widersetzte man sich der oft versuchten Bevormundung durch den Centralverein wie auch etwa Anschauungen, die im Kameradenbund, soweit er die Schüler höherer Lehranstalten umfaßte, einen Nachwuchs für den Kartellconvent (K. C.) sehen wollten. Es sei schon hier ein Hinweis auf die Aehnlichkeit dieser Bemühungen mit denen der Agudas Jisroel um den Esra gestattet. Die Dinge liegen ähnlich. Man verdankt seine Entstehung zum Teil dem Centraiverein bezw. der Agudoh, man landet später als Einzelner auch wieder beim C. V., dem K. C. oder der Agudas Jisroel, aber die ähnliche Tendenz allein reicht nicht aus, den Gegensatz zwischen wahrer Jugendbewegung und parteipolitischer Organisation — mag sie auch noch so idealen Zielen dienen — zu überbrücken. II. Innerhalb des Kameradenbundes beginnt jetzt eine intensive Diskussion um die Grundtendenz des Bundes. Man steht ״auf dem Boden des Deutschtums“. Aber bedeutet diese Forftnulierung lediglich die Feststellung einer Tatsache oder bezeichnet sie eine Aufgabe? — Bei der Klärung dieser Frage ging ,man wieder auf die Gründungsjahre zurück und mußte jetzt mit einer anderen Fragestellung das Wesen des Karneradenbundes zu bestimmen suchen. Ist der Bund wirklich noch eine ״Notgründung“, oder bedeutet er mitttierweile Ausdruck eines ganz bewußten Willens? Und wenn diese Frage im letzten Sinne bejaht wird, was ist Objekt dieses Willens? Der Begriff ״Notgründung“ wird bald fallen gelassen, denn die mehrjährige Tradition hat genug Gemeinschaftswerte entstehen lassen, um ein solches Negativum abzulehnen. Aber wie steht es weiter mit dem ״bewußten Willen“? Was will man? Wozu will man?- Auf dem Bundestag 1921 standen sich zwei Richtungen gegenüber. Die ״Juden“ argumentierten: ״Wir sind selbstverständlich Deutsche, brauchen daher das Deutschtum nicht hervorauheben, es umgibt uns und erfüllt uns. Das Jüdische dagegen fehlt uns, wir suchen es, es stellt uns Aufgaben