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Nahalat tsevi · 1932-08-01 · Heft 11-12 (August 1932) · p. Seite 350

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 11-12 (August 1932)
Date
1932-08-01
Page
Seite 350 (sequence 32)
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m zu jämmerlichen Verfassung. Der Rahmen steht, in dreifacher Ausfertigung, bereit. Ihn auszufüllen, fehlt es an — Führern. Den Herzen wirklich nähe ist gegenwärtig keine der drei Organisationen. Die Freie Vereinigung war in kurzen Abständen ein|mal fast populär, als sich der Traum an sie knüpfte, sie werde den Gegensatz zwischen der kämpfenden und der Separatfrieden-Orthodoxie in wechselseitiger Anerkennung aufheben; und als sie im Weltkrieg die umfassende Sorge für die ritueile Verpflegung der Frontkrieger übernahm. Der Traum verflog, der Weltkrieg ging zu Ende. — Der Gemeindeverband ist über einen rein bürokratischen Betrieb bis jetzt nicht hinausgekommen. Es gibt viele orthodoxe deutsche Juden, die von seiner Existenz bis jetzt noch nicht Kenntnis genommen haben. — )Die agudistische Landesorganisation befindet sich nach dem Votum ihres rabbinisehen Rates in keinem weltanschaulichen Gegensatz zum Statut des Achduth. Fügen wir noch hinzu: auch in Bezug auf Untätigkeit ist ein Gegensatz nicht zu bemerken. — Vor zwanzig Jahren hatte ich die Forderung erhoben, daß die Freie Vereinigung zugleich die agudistische Landes- Organisation sein sollte, daß wir uns den Luxus einer Doppelorganisation nicht leisten könnten. Damals war freilich der Traum bereits verflogen, als werde die Freie Vereinigung die Emanzipation der Separatfrieden-Orthodoxie bringen. Aber kaum ausgeträumt, um wob der gleiche Traum die agudistische Landesorganisation. ‘Auch diesem Traum ist heute das Erwachen gekommen. Man rieb sich die Augen und fand zwei — Torsen. Unermeßliche Opfer hat uns der zweimalige Traum gekostet. — Von tausend Gefahren ist heute das deutsche Judentum umstellt. Lauter als je müßte gerade die unabhängige Orthodoxie, die sich allein auf die Thora stützt, jetzt ihre Stimme erheben. Sie, die keine jüdibche Rasse kennt ohne Thora, keine jüdische Nation ohne Thora, keine jüdische Gemeinde ohne Thora, keinen Einzeljuden ohne Thora: wer wäre gleich ihr legitimiert, dem Nationalsozialismus und dem Kommunismus die Thora entgegenzustellen, den jüdischen Mut an der Thora laufzurichten, aus Not und Elend den Triumph der Thora emporblühen zu lassen? Der Rahmen ist da: wo sind die Führer, ihn auszufüllen? — Als wir vor sechs Jahren, was irdisch war an Rabbiner

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