Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 11-12 (August 1932)
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 349 (sequence 31)
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Sein Nachfolger hat die Freie Vereinigung zum wichtigsten Kampfinstrument der unabhängigen Orthodoxie Deutschlands!werden lassen. Daneben hat er, fast unmittelbar nach Amtsantritt, die gleichgesinnten Rabbiner organisatorisch zußia!m!mengeschlossen. Schließlich hat er, die Idee seines Vorgängers aufgreifend, im Vorstand der Freien Vereinigung die Gründung des agudistischen Weltverbandes angeregt und gefördert. Aus der Freien Vereinigung wiederum ist, ihren Kampf für die Unabhängigkeit krönend, der Verband Gesetzestreuer Gemeinden hervorgegangen.- Man kann nicht sagen, daß es der deutsch-jüdischen Orthodoxie an Organisationen mangelt. Sie hat die Freie Vreinigung, den Gemeindeverband und die agudistische Landesorganisation,!sowie den Verband orthodoxer Rabbiner. Man möchte glauben, daß dies genügt. Die Freie Vereinigung ist nach Gründung des Gemeinde- Verbandes fast ganz versandet. Erst in den letzten zwei Jahren hat sie, unter tatkräftiger neuer Leitung, wieder Zeichen des Lebens von sich gegeben, vornehmlich in der Veranstaltung von Bezirkstagungen an kleineren Plätzen zur Hebung des Religiösen Interesses und durch Entsendung von Vereinsrednern zur!Belehrung von Ort zu Ort. Es ist ein verheißender Anfang. Der Gemeindeverband hat sich bis jetzt im wesentlichen auf die politische Vertretung gegenüber der Regierung und auf die Verteilung von Subventionen an leistungsschwache Gemeinden beschränkt. Die agudistische Landesorganisation besteht eigentlich nur auf dem Papier, immerhin mag verzeichnet werden, daß die Verwaltung des Keren Hathora einige Religionsschulen errichtet hat und erhält. Von keiner dieser Organisationen läßt sich gegenwärtig sagen, daß sie die Erscheinungsform der in der Thora und durch die Thora geeinten, von starken religiösen Impulsen beseelten deutsch-jüdischen Orthodoxie sei; daß sie die Einzelnen (und die Gemeinden mit einander zu idealfroher Gemeinschaftsarbeit verbinde; daß sie zielbewußt die Gesinnung der;Einzelnen und Ider Gemeinden beeinflusse und sie zu opferbereiter Tat auf rufe. Die Schicksalsstunde der deutschjüdischen Orthodoxie trifft sie organisatorisch in einer gerade-