Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 11-12 (August 1932)
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 336 (sequence 18)
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336 betreffenden Gemeinschaft zur jüdischen Religion; sein Mitleid!und die Konsequenzen desselben gelten dem Glück der Menschheit. P. K. Judenhass. Eine Siudie von Rabbiner Dr. HermannKlein, Berlin. ln unserer Zeit, in der der alte Judenhaß sich in hemmungsloser Triebhaftigkeit austobt, da er sogar allein imstande war, einer Partei zum Siege zu verhelfen, die eigentlich sonst kaum etwas Neues zu bieten hat, als diesen alten Judenhaß, reizt es einen aufs Neue, nach den Gründen dieses Hasses zu forschen, obgleich man sich sagen muß, daß es kaum möglich sein dürfte, etwas Neues in dieser uralten Frage zu entdecken. Man darf aber doch nicht müde werden, zu forschen, denn fast alles, was bisher als Grund für diesen abgrundtiefen, unausrottbaren Haß angenommen wurde, kann ihn nicht erklären. Wie die Krebsforscher nicht müde werden, nach dem Krankheitserreger zu suchen, so dürfen wir nicht aufhören, nach dem Krankheitserreger dieser ״Weltpest“ zu suchen, die ungleich mehr Opfer gefordert hat und noch fordert, als die schreckliche Krebskrankheit. Und immer erneut gilt es auch, sich selbst zu prüfen, ob man nicht selbst die Schuld an diesem Haß trägt, ob wir Juden durch unser Verhalten nicht die Wut und die Feindschaft wecken. Es wäre töricht, in eitler Selbstgerechtigkeit und Selbstgefälligkeit den Antisemitismus mit Schlagworten wie ״Suche nach dem Sündenbock“, ״Sozialismus der Dummen“, ״Folge wahnsinniger Hetze“ abzutun, und aus jedem Antisemiten einen kleinen Teufel zu machen, damit man nur dieser Selbstprüfung überhoben sei. Stellt sich aber nach gewissenhafter Prüfung heraus,!daß wir trotz aller Fehler, die wir mit allen anderen Menschen gemein haben, diese ״gefährliche Unmäßigkeit der Feindschaft“ nicht verdienen, so gilt es weiter zu suchen, um die Quelle zu entdecken, aus der die Bazillen dieser Krankheit stammen, und festzustellen, ob die Krankheit überhaupt heilbar ist. Sollte sich aber auch die Unheilbarkeit herausstellen, so wäre doch schon unendlich viel gewonnen, wenn man nur die Ursachen der Krankheit kennen würde.