Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 11-12 (August 1932)
- Date
- 1932-08-01
- Page
- Seite 332 (sequence 14)
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332 Welt allein den Namen des ewigen Volkes verdient. Und der Geistdieses ewigen Volkessoll zersetz endsein? Wenn der Geist des jüdischen Volkes zersetzend wäre, dann hätte doch dieser Geist vor allem seinen eigenen Träger zersetzen müssen. Dieses Volk hat sich aber von seinem Geist so!wenig zersetzen lassen, daß es allen Stürmen einer Geschichte zum Trotz im tiefsten Kerne seines Wesens sich immer treu geblieben ist, vom Anbeginn seiner Geschichte bis auf den heutigen Tag. Es gibt kein Volk auf Erden, das in seiner geistigen Anlage so wenig zersetzend gerichtet wäre, wie das jüdische Volk. Und wenn es wahr sein soll, daß das deutsche Geistesleben Spuren der Zersetzung offenbart, dann ist ,nicht der jüdische Geist schuld daran, dann hat es seinen Niedergang sich selbst zuzuschreiben. Denn kein lebendiger Organismus fällt der Zersetzung anheim, es sei denn, daß es den Keim des Todes in sich selber trägt. Diese biologische Tatsache vermag keiii antisemitisches Schlagwort aus der Welt zu schaffen.- In der Enge der Probleme. Die Bezeichnung, welche altjüdisches Kalenderempfinden den drei Wochen zwischen 17. Tammlus und 9. Aw gegeben hat, darf füglich aus dem Bild der äußeren Ereignisse auch auf das Innenleben bezogen werden. Denn es ist enge geworden. Die wirtschaftlichen Umwälziungen richten sich mit aller Vehemenz sowohl gegen die äußere Gestaltung der Verhältnisse, wie auch gegen die weitanschaulichen Voraussetzungen des Innenlebens. Neben dem Ringen um das Brot ist es eine gewaltige Sorge, 'wie man sich innerlich mit den neuen Formen der Staatsverfassungen und der Wirtschaftsordnung auseinandersetzt. Beides mündet in Fragen der Sozialethik und damit für uns in den Bereich der Religion. Denn durch die Postulate der sieben noachidischen Gebote ist auch das Weltgeschehen unter dem!Schatten des Thorawortes zu betrachten, (vgl. insbesondere iNachmanides zu Gen. XXXIV, 13). Es;ist also nicht an dem,, daß wir primär in diese oder jene Form uns einfügen, sondern darin liegt der Angelpunkt, ob diejenigen Grundprinzipien der Sozialethik gewahrt oder