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Nahalat tsevi · 1932-08-01 · Heft 11-12 (August 1932) · p. Seite 328

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 11-12 (August 1932)
Date
1932-08-01
Page
Seite 328 (sequence 10)
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3a8 herum, und wie viele gibt es auch heute wieder, die gleich dem reichen Mendel Reiß sich bei der Abwehr des Antisemitismus auf andere verlassen und denen die Hauptsache ist, daß sie bei der Rosinensauce nicht gestört werden! Und was den Trommelschläger Hans betrifft, so möchte ich auf die Denkschrift verweisen, die seinerzeit dem Reichsministerium des Innern über die bisherige Rechtssprechung des Staatsgerichtshofes zum Schutze der Republik zugegangen ist. Aus dieser Denkschrift ergibt sich, daß der Staatsgerichtshof das Schutzgesetz stark einschränkend ausgelegt hat. So hat er eine Verherrlichung oder Billigung der Mordtat an Rathenau nicht gefunden in den Worten: ״Mag man vom sittlichen Standpunkt aus das Verbrechen verurteilen, ein Wort des Bedauerns wird man dafür nicht finden, daß das Wirken Rathenaus ein Ende genommen hat. Der Jude Rathenau war ein Schädling.“ Hier ist nach Auffassung des Staatsgerichtshofes nur der Meinung Ausdruck gegeben, ״daß die wie immer geschehene Beendigung des Wirkens von Rathenau nicht bedauert werden könne.“ — Hans, das ist eine schlechte Melodie, würde Nasenstern sagen. III. — - — Kehren wir nach dieser kleinen politischen Abschweifung wieder zu unserem Thema zurück. Wir haben gesehen, wie unlöslich die Seele Heines mit dem Judentum verknüpft war, wie gerne er davon losgekommen wäre, wie es ihm aber trotz aller Anstrengungen nicht gelang. Ist es nun, frage ich, psychologisch denkbar, daß diese innere Entzweiung, an der erzeitlebens litt, seine Stellung im deutschen Geistesleben unberührt lassen konnte? Dieser Einfluß mochte an und für sich wie immer geartet sein: zersetzend oder aufbauend. Ist es aber gerecht und haltbar, diesen Einfluß, der lediglich aus einer Entzweiung mit dem Judentum hervorging, dem Judentum in die Schuhei 2ju schieben ,und auf eine zersetzende Wirkung des jüdischen Geistes zurückzuführen? Die Sache liegt doch nicht so, daß die ewige seelische Verknüpftheit Heines mit dem Judentum ein freier Willensaktseinesgei st i gen Lebens war. Sie war etwas rein naturhaftes, etwas, was ihm von Geburt an janhing, was er aber niemals sich aus freien Stücken erworben hätte. Das Judentum will aber nicht

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