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Nahalat tsevi · 1932-08-01 · Heft 11-12 (August 1932) · p. Seite 323

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 11-12 (August 1932)
Date
1932-08-01
Page
Seite 323 (sequence 5)
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323 genau rechnender Mann mit einer starken Dosis kombinatorischer Phantasie — der geborene Börsenspekulant —: allein dieser selbe Sombart, der mit solch tief eindringendem Spürsinn das jüdische Wesen bloß legte, er hat zum ersten Mal wissenschaftlich nachgewiesen, daß zwischen den örtlichen Bewegungen des jüdischen Volkes und den ökonomischen Schicksalen der ,Völker und Städte eine ganz merkwürdige Parallelität besteht: ״Wie die Sonne geht Israel über Europa: wo es hinkoimmt sprießt neues Leben empor, von wo es wegzieht, da modert alles, was bisher geblüht hat.“ Wenn aber dem so ist, kann man dann von einer zersetzenden Wirkung des jüdischen Geistes im Wirtschaftsleben reden? Wirkt denn die Sonne zersetzend? Ist sie nicht die Urquelle des Lichts, der schöpferische Urgrund alles Werdens, die aufbauende Triebkraft alles organischen Lebens? Wissenschaft und Wirtschaft sind aber nicht die einzigen Gebiete, wo wir dem jüdischen Geiste begegnen. Wir begegnen ihm auch in der Politik, Literatur und Kunst, also auch dort, wo uns der Mensch das tiefste Geheimnis seines geistig-sittlichen Wesens enthüllt. Und wenn wir nun hier die Frage aufwerfen, wie es sich mit der Wirkung des jüdisehen Geistes auf diese Bezirke des deutschen Geisteslebens verhält, so werden wir — um gleich das Resultat unserer Betrachtung vorwegzunehmen — zugeben müssen, daß in diesen Bezirken des deutschen Geisteslebens der Geist der Juden keineswegs immer so gewirkt hat, wie es den inneren Tendenzen de sjüdischen Geistes entspricht. Um diese Behauptung ausführlich zu begründen, wäre es erforderlich, den geistigen Habitus aller als Juden geborenen Menschen zu beleuchten, die in den letzten hundert Jahren auf das deutsche Geistesleben in Politik, Literatur Und Kunst eingewirkt haben: Mendelssohn, Heine, Marx, Lasalle, Eisner, Rosa Luxenburg, Rathenau, Harden usw. Wir müßten uns die gesamte geistige Entwicklung dieser Menschen versenken, in ihre Jugendgeschichte, in ihre Lebens- Schicksale, in die tragenden und treibenden Kräfte ihres Werdens und Schaffens, wir müßten uns fragen, was hal all diesen Menschen das Judentum bedeutet, wie haben sie sich mit dem Judentum, das ihnen angeboren war, innerlich und äußerlich abgefunden, und erst dann, wenn es uns gelungen wäre, den jüdischen Kern dieser Menschen aus seiner deutschen Hülle

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