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Nahalat tsevi · 1932-06-01 · Heft 9-10 (Juni 1932) · p. Seite 313

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 9-10 (Juni 1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 313 (sequence 59)
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313 Handlungsfähigkeit!zurückzugeben. Aber hierbei möchte ich keinen (Juden!missen, keinen preisgeben. Wer die Einzelnen fahren läßt, beraubt die Nation ihrer Kinder. Meine ich denn den Einzelnen als Einzelnen? ich meine ihn als Bestandteil der Nation. Alfred: Man soll gewiß den Einzelnen nicht fahren lassen. Aber darf (man ihm die Nation opfern? Bernheim: Tu ich das? Mein Leben möchte ich! eher verlieren. Alfred: Was verstehen Sie unter jüdischer Nation? Bernheim: Die Gemeinschaft der von einer jüdischen Mutter ,Geborenen. Abrahams Nachkommen. Alfred: Worin besteht die Gemeinschaft? Blutsgemeinschaff? Bernheim: Nicht nur Blutsgemeinschaft. Geschichtliche Geimeinschaft. Alfred: Was heißt das? Bernheim: Solange ,man eine jüdische Geschichte schreiben kann und insofern man sie schreiben kann, gibt es die jüdische Nation. Alfred: Die Tatsache, daß die Juden ein jederzeit bestimmbarer Menschenschlag sind, dessen Leistungen sich aufzählen, dessen ■Schicksale sich beschreiben lassen, kann man nicht bestreiten.!Sind die Juden bereits deshalb eine Nation? Dann wären es auch die — Zigeuner. Worin liegt der Unterschied? Bernheim: Ich könnte die Antwort mir bequem machen und könnte auf den höheren Kulturwert des jüdischen Menschenschlags verweisen. Was meinen Sie? Alfred: Daß diese Antwort wohl allzu — bequem wäre. Gibt es nicht Naiionen genug, die sich auf recht niedriger Kulturstufe befinden? Bernheim: Aber die Tatsache, daß die Juden auf ihr Land niemals verzichtet, den Anspruch auf staatsgeschichtliche Zukunft niemals preisgegeben, den Zusammenhang mit ihrer staatsgeschichtlichen ,Vergangenheit niemals verloren haben: ist es nicht das? Alfred: Dachte ich es doch gleich, Herr Doktor, daß Sie zunächst ׳mit mir ein wenig scherzten. — Was Sie eben sagten, trifft wohl zu. — Nun gibt es aber doch ,leider Juden genug, denen unser Land bedeutungslos, unsere staatsgeschichtliche

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