Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 305 (sequence 51)
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305 vor!schweigend und schicksalsergeben die Qualen der Verfolgung.! Aus der großen Fülle von Chikanen sei hier eine charakteristische wiedergegeben: So!schreibt der ״Bezboznik u stanka“ 1925 (No. 9, S. 15): ״Der Rabbiner einer jüdischen Ansiedlung hat seine Rabbinerwürde für 50 Rubel an einen andersgläubigen Bauern verkauft. Wie tief ist also die jüdische Religion gesunken!“ Häufig hören wir von Massenaustritten ausi der jüdischen Religionsgemeinschaft. Wir wissen bereits, daß diese ״Volksbewegung‘‘ unter Anwendung von Terror erfolgt. Es gibt heute zahlreiche Gläubige, welche dem kommunistischen Gottlosenverbande beigetreten sind, um sich ihre Arbeitsstelle zu!erhalten. Manchmal wirken sie auch als Kommunisten in den Parteiorganisationen religiös weiter. Natürlich werden solche Fälle, wenn sie bekannt werden, schonungslos von der kommunistischen ״Oeffentlichkeit“ angeprangert. In den letzten Jahren erfolgten demonstrative Massenaustritte (unmittelbar vor den hohen jüdischen Feiertagen. Die neuen Mitglieder des Gottlosenverbandes erklärten, sie würden an den Festtagen arbeiten. Darauf erschienen in der Sowjetpresse Bilder von kommunistischen jüdischen Arbeitern, welche ״Gott getrotzt“ hatten. Aus dem Gesagten, das sich lediglich auf Sowjetquellen stützt und auf einer genauen Kenntnis der jüdischen Religions- Verfolgungen, die z. T. durch eigene Erfahrungen erworben wurde, beruht, geht wohl eindeutig hervor, daß der B o 1 s c h e - wismus keine irreligiöse, sondern eine bewußt antireligiöse Bewegung ist. Er bemüht sich, jede religiöse Weltanschauung zu zerstören. In dieser Vernichtungsarbeit hat er leider schon große Fortschritte gemacht. Die schwersten Leiden stehen u. a. der jüdischen Religion und ihren Bekennern in Sowjetriußland noch bevor! Aber!sollen wir deutschen Juden wirklich untätig Zusehen, wie dort drüben im Osten die religiöse Vernichtung durchgeführt wird? Sind wir es nicht unserem religiösen Glauben und unserem Gewissen schuldig, uns der großen Protestbewegung anzuschließen, welche jetzt wie eine Welle durch Europa zieht! Die ersten Versuche einer Annäherung an evangeli-