Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 303 (sequence 49)
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303 zu machen. Die Religionsgemeinde wandte sich an das ukrainische Zentral-Exekutivkomite mit einem Gesuch um Rückgabe. Sie führte als Grund an, daß die Brodsky-Synagoge das Zentrum des religiösen Lebens in Odessa wäre und als wertvolle historische Stätte Bedeutung besitze. Das kleine Präsidium des allukrainischen Zentral-Exekutiv-Komites hörte auf diese Gründe und beschloß, dem Gesuche zu entsprechen. Dadurch wurden die jüdischen Arbeiter sehr erregt. Dutzende von Telegrammen wurden von jüdischen Arbeitern und Angestellten an die Sowjetregierung geschickt, und 20 000 Juden baten das Präsidium um Revision des Urteils. Auf der Sitzung des großen Präsidiums, wo die Angelegenheit endgültig entschieden wurde, erschien eine Arbeiterdelegation. Die Religionsgemeinde hatte gut bezahlte Rechtsanwälte entsandt, aber natürlich siegte die Arbeiterdelegation. Sie wies darauf hin, daß die Synagoge nur ein Versammlungsort der Bourgeoisie und ihrer aufgeputzten Frauen wäre, welche dahin gingen, um wie bei einer Theatervorstellung religiöse Konzerte zu hören. Das Präsidium beschloß, die Synagoge in einen Arbeiterklub zu verwandeln, da nur ein kleiner Teil der jüdischen Bevölkerung für die Beibehaltung der Synagoge eintrat, während das ganze jüdische Proletariat geschlossen dagegen war.“ Im Anschluß daran heißt es dann weiter: ״In Odessa fand am jüdischen Osterfeste eine Veranstaltung im Arbeiterklub ״Rosa Luxemburg“ statt, wo sich früher die Brodsky-Synagoge befand. Besondere Aufmerksamkeit erregte das Auftreten der Pioniere. An den Wanden hingen überall Zeichnungen, Diagramme, Losungen. Nach einem Vortrag über die wirkliche Bedeutung des Osterfestes fanden Sportdarbietungen statt. Hierauf wurde eine Parodie auf das jüdische Osterfest gespielt. Diese fand großen Beifall.“ (Bezboznik u stanka 1925, No. 6. S. 17) Aus dieser Veröffentlichung ersieht man am besten die Methoden des antireligiösen Kampfes gegen das Judentum. Die Sowjets kennen selbstverständlich keinen A n t i s e m i - t i s m u s als Rassenhaß. Das würde ja auch den Grundanschauungen des Kommunismus widersprechen. Sie können daher