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Nahalat tsevi · 1932-06-01 · Heft 9-10 (Juni 1932) · p. Seite 302

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 9-10 (Juni 1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 302 (sequence 48)
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302 das bolschewistische Judentum sprachen. Solche Behauptungen sind grundfalsch. In Wirklichkeit wird das religiöse Judentum von der jüdischen Sektion der bolschewistischen Partei, der sogenannten jewsekzjia, mit erbarmungsloser Konsequenz bekämpft. Ja, es hat sich gegen die Apostaten aus den eigenen Reihen zu wehren, während die christlichen Kreise glücklicherweise durch die Gründung der sogenannten ״lebenden Kirche“ wenigstens einigermaßen öffentlich wirken können, wenn auch in Formen, die dem gläubigen Empfinden widersprechen. Aus den zahlreichen, in der atheistisch-russischen Literatur verstreuten Zeugnissen geht eindeutig hervor, daß die jüdische Religionsgemeinschaft heute in Sowjetrußland am meisten gefährdet ist, weil sie ohne einheitliehen Zusammenschluß wirkt und weil ihr bisher von den jüdischen Kreisen des Auslands nicht die moralische Unterstützung zuteil wurde, die notwendig ist. Wenden wir uns jetzt noch den speziellen Formen der Gottlosenbewegung gegen die jüdische Religion zu! Immer wieder lesen wir in den atheistischen Berichten von Synagogenschließungen. Charakteristisch für die Methoden ist eine Korrespondenz aus Odessa über die Enteignungder berühmten Brodsky-Synagoge : ״Die reichste und prächtigste Synagoge in Odessa ist die berühmte Brodsky-Synagoge, welche jetzt durch einen Beschluß des Gouvernements-Vollzugskomites in einen jüdischen Arbeiterkiub umgewandelt wurde. Es war eine besondere Synagoge. Nur Leute mit dicken Bäuchen durften hinein, denn es war das ״Bethaus“ der Großbourgeoisie von Odessa. Diese Synagoge wurde auf Verlangen der jüdischen Arbeitermassen in den Arbeiterklub ״Rosa Luxemburg“ umgewandelt. Am Tage der Uebergabe der Schlüssel veranstalteten 10000 jüdische Arbeiter eine Freudendemonstration und stellten ihre roten Fahnen an den Platz, wo sich früher die heilige Thora befunden hatte. In dem Gebäude der ehemaligen Synagoge entwickelte sich plötzlich ein blühendes, kulturelles Leben.... Aber die Reste der jüdischen Bourgeoisie beschlossen, den jüdischen Arbeitern den Besitz der Synagoge streitig

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