Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 301 (sequence 47)
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301 1. Januar 1926 1. Januar 1927 1. Januar 1930 1. Juni 1930 schaftlichen Begründungsversuchen der atheistischen Staatsreligion. Neben diesen theoretischen Maßnahmen zur Unterdrückung der Religion versucht man seit 1929 durch Enteignung und Schließung von Kirchen und Synagogen, durch Errichtung von antireligiösen Museen, durch Atheisierung der Schulkinder, an den hohen Feiertagen auch durch abstoßende Kinovorführungen, Theatervorstellungen, Kabarets und antireligiöse karnevalistische Veranstaltungen die Massen für den Abfall zu interessieren. In der Tat hat man besonders durch moralischen Druck eine starke Zunahme des Gottlosenverbandes erreicht, wie sich aus folgenden Zahlen ergibt: 87 000 Mitglieder 138 000 2000000 3500000 Man hofft in den nächsten Jahren mindestens 25 Millionen Sowjetbürger in den Verband der Gottlosen aufzunehmen, wobei jtnan in der Wahl der Mittel keineswegs skrupulös ist. Durch dieses planmäßige Vorgehen wurden die christlichen Kreise der ganzen Welt in höchste Aufregung versetzt. In verschiedenen europäischen Städten kam es zu machtvollen Protestkundgebungen gegen die Glaubensverfolgungen. Vertreter aller Konfessionen verurteilten die terroristischen, kulturwidrigen Methoden des Atheismus und forderten zu einer geschlossenen Abwehr auf. Unter diesen Kundgebungen für Kultur und Glauben verdient insbesondere die große Veranstaltung des ״Deutschen Bundes zum Schutz der abendländischen Kultur“ genannt zu werden, welche am 16. November 1930 im Berliner Sportpalast stattfand. Bei dieser Gelegenheit wurde zum ersten Male in Deutschland öffentlichdargelegt, daßdie jüdische Religion in Sowjetrußland genau so verfolgt werde wie alle anderen Konfessionen. Dies muß mit aller Nachdrücklichkeit betont werden. In allen Schriften, welche sich mit der Religionsbekämpfung des Bolschewismus befassen, findet man nur den Kampf gegen das Christentum näher geschildert, so daß mancher Leser auf den irrigen Gedanken kommen kann, als hätte der Gottlosenverband die jüdische Religion bisher geschont. Einige nationalsozialistische Politiker gingen sogar so weit, daß sie von einer russischen Christenverfolgung durch