Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 300 (sequence 46)
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500 die folgende ״Confession“ des Vorstehers der evangelischen Gemeinschaft in Nowo-Sibirsk erfolgte: Erklärung. ״Ich, Alexander Sidorowitsch Fuhrmann, ehemaliges Mitglied der evangelischen Gemeinschaft, breche jede Verbindung mit der Religion. Als Religionslehrer habe ich religiöse Leute auf falsche Wege geführt. Ich näherte sie dem Wege der Sabotage des sozialistischen Aufbaues. Ich wurde mir vollkommen klar, daß meine Arbeit einen Kampf gegen meine leiblichen Brüder, die Arbeiter und Bauern, darstellte, und deshalb entschloß ich mich zum Austritt, da die Religionslehrer unter dem Deckmantel des Evangeliums, der Brüderlichkeit und der Barmherzigkeit gemeinen Verrat am sozialistischen Staat begehen. Ich rufe alle meine früheren ״Brüder in Christo“ auf, die noch in der evangelischen Gemeinschaft Mitglied sind, daß sie endlich zum Verstand kommen. Genug des Bietrugs! Beendet Eure gegenrevolutionäre Tätigkeit, die ihr ausübt. Unterstützt die kommunistische Partei und helft der Sowjetregierung beim sozialistischen )Aufbau!“ (Bezboznik u stanka 1929, No 11, S. 11) Natürlich müssen auch von jüdischer Seite solche Erklärungen abgegeben werden. So schreibt die gleiche atheistisehe Zeitung: ״Große Skandale beweisen den Verfall der jüdischen Religion. Der 65jährige Rabbiner der Stadt Nowobychow erklärt in der jüdischen Zeitung in Minsk, daß er aus dem Stand der Rabbiner und aus dem Glauben austrete. Er bedauert, daß er sein ganzes Leben in Finsternis und Dunkelheit verbracht hat. Erst die kommunistische Revolution hat ihn zum Materialismus bekehrt.“ (Bezboznik u stanka, 1925, No. 9, S. 15). So arbeitete man in der Regel bis 1929. Dann mußten die satirischen Zeichnungen den wissenschaftlichen Beiträgen weichen, in denen den ermüdenden Lesern ״bewiesen“ wird, daß die Religion aufs engste mit der Entstehung und Verbreitung der Syphilis zusammenhängt (Bezb. u st. 1929, No. 7, S. 18), daß Religiosität und Verbrechen von einander untrennbar sind, daß die Religion alljährlich zahlreiche Unglücksfälle verursacht u. s. w. Heute ist der ״Bezboznik u istankä“ eine der langweiligsten bolschewistischen Zeitschriften mit endlosen wissen-