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Nahalat tsevi · 1932-06-01 · Heft 9-10 (Juni 1932) · p. Seite 299

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 9-10 (Juni 1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 299 (sequence 45)
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299 erschienen. Schon damals begrüßte die Sowjetregierung in einem von B u c h a r i n verfaßten halbamtlichen Aufsatz die Gründung eines solchen literarischen Unternehmens, das eine ״vernichtende Kritik der Religion“ ,in die breitesten Arbeitermassen tragen sollte. Auch die Komintern mit B e 1 a K u n an der Spitze verfehlte nicht, drei Jahre später zur Gründungsfeier ein Schreiben an die Redaktion zu richten, in dem es hieß: ״Die Komintern begrüßt freudig die edlen Kämpfer mit den Ueberresten des Alten, mit den religiösen Vorurteilen, mit den Quellen der materiellen und geistigen Unterdrückung der ,Massen. Der dreijährige Weg, den die Zeitung durchmessen hat, ist ein bedeutender Erfolg.“ (״Bezboznik u stanka“ 1925, No. 11, S. 2.) Bis zum Jahre 1929 arbeitete man mit Karrikaturen, Spottliedern, unsauberen Witzen, angeblichen Skandalberichten und Denunziationen, zu denen fast in jeder Nummer der Zeitschrift aufgefordert wurde. Diese Methode hatte den Erfolg, daß immer wieder Briefe von Arbeitern und Bauern veröffentlicht werden konnten, in denen die Persönlichkeit eines Geistlichen, mochte er nun Pope, Rabbiner, Mullah oder Vorsteher einer evangelischen Gemeinschaft sein, lächerlich gemacht wurde. Daneben gab sich das Sonderdezernat der staatspolitischen Verwaltung (Tscheka-OGPU) für die Bekämpfung der Religion alle Mühe, Zwiespalt in die Reihen der religiös gesinnten Kreise zu bringen. So hören wir öfters von ״Confessionen“ verhafteter Geistlicher und Rabbiner, in denen diese ihren Glauben abschwören. Diese ״Erklärungen“ sehen!gewöhnlich so aus: ״Der Pfarrer Orlow war sehr religiös. Eines Tages sagte er beim Gottesdienst: ״Brüder, ich will nicht länger lügen. Ich habe Euch stets angelogen. Ich sehe aber, daß es keinen Gott gibt. Mein Gewissen gestattet mir nicht, länger zu wirken. Ich will nicht als Betrüger sterben. Von jetzt an bin ich kein Geistlicher mehr, da ich wenigstens den Rest meines Lebens ehrenhaft verbringen will.“ Nach diesen Worten warf er die Heiligenbilder von den Wänden herab, und die andern folgten seinem Beispiel. Sie wurden alle Atheisten. Jetzt ist Orlow aktiver Gottloser.“ (Bezboznik u stanka 1928, No. 10, S. 19) Es ist ebenfalls unbekannt, unter welchen Umständen etwa

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