Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 277 (sequence 23)
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ganze ,Ueberlegung hat mit der Frage von חטא כדי שיינה חברך nicht!das geringste zu tun. VI. Sünder und Sünden aus edlen Motiven hat es immer gegeben. Ausschlaggebend ist hierbei die Frage, ob und wie das edle Motiv das Wesen der sündhaften Handlung modifiziert. Im allgemeinen reicht der Blick der Menschen über die rohen Konturen objektiver Tatbestände nicht hinaus. Herz und Nieren vermag nur ,Gott zu prüfen. Die Ehe Esthers mit Achaschwerosch, die in der Hand der Vorsehung ein Mittel zum Zweck der Bewahrung Israels vor dem Untergänge war, darf nicht als ein zur Nachahmung hingestelltes Vorbild mißbraucht werden. Im allgemeinen bleibt ein freiwilliger Ehebruch Ehebruch, auch wenn er im Dienste der .Lebensrettung!steht. Bei Esther lag eine הוראת שעה von מרדכי וביה דינו vor, die nicht verallgemeinert werden darf. Vgl. ב״ש zu תשובות בית יעקב ל״ט, אה׳ע קע״ח נב״י חיב א״ע קס״א u. a. ■תום in בבא בתרא קי״ט zitiert einen Midrasch, wonach der Holzsammler am Sabbat, von dem im 4. B. M. 15,32 ff. berichtet wird (und der nach שבת צ״ו mit צלפחד identisch war) (לשם שמים נתכון, bei seiner Sabbatentweihung von einem ideellen Motive getrieben war: Als nach der Geschichte der Kundschafter der Eintritt ins heilige Land verscherzt war, glaubte Israel, daß damit auch die Verpflichtungskraft der מצות hinfällig geworden sei; da nahm jener Holzsammler den Steinigungstod auf sich, um so vor aller Welt die ungebrochene Kraft der auf Sabbatentweihung stehenden Strafe zu bekunden. Ja, heiligt denn, fragt מהרשיא, der Zweck das Mittel? In diesem Falle, lautet die Antwort, war es eine מלאכה שאינה צריכה לנופר׳, eine Arbeit, die nicht Selbstzweck war, die nach ר־ש (wie חופר גומא וא״צ אלא לעפרה) frei von Strafe ist. Gleichwohl mußte die Strafe verhängt werden, weil die verwarnenden Zeugen von dem inneren Motiv der Tat nichts wußten und für die Verhängung der Strafe der objektive Tatbestand, wie er auf Grund der Zeugenaussage vorliegt, maßgebend ist. Gegen diese Antwort des מהרש״א wird im בית יצחק הלי שבת סי׳ ל*ד der Einwand erhoben, daß ja die Strafe erst nach Befragung Gottes durch Moses verhängt wurde: War denn auch Gott das innere Motiv der Tat unbekannt? Uns scheint dieser Einwand nicht stichhaltig zu sein, weil er auf einer Verkennung des Unter-