Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 272 (sequence 18)
- Belongs to
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Nur wenn Religion sich mit der erhabenen Tragik unseres Zeitalters, mit dem realen Leben unseres Volkes verbinden wird, wird sie eine Erneuerung erleben. Sie wird erneuert, wenn sie jdas große Leid des Volkes und der Welt in sich aufsaugt, wenn sie sich mit jenen Zeitaufgaben verbindet, die Ausdruck der ewigen menschlichen Sehnsucht nach der letzten Wahrheit sind. Wird die Religion ihre gewaltigen seelischen Kräfte (Glauben, Treue, Opfersinn, Bruderschaft, Lebensfreude) ״in den Dienst“;unserer Zeit stellen, dann werden die schweren Kämpfe dieser Zeit vertieft und geheiligt, dann wird die Religion selbst zu neuem Ewigkeitsleben erwachen. Denn das Ewige und das Zeitliche sind religiös eins. Mittel und Zweck. Eine halachische Betrachtung. Von Rabbiner Dr. Raphael Breuer s. A. (Schluss.) III. Neben den Bedingungen, die im vorigen Abschnitt besprochen wurden, darf ich auch verlangen, wenn ich um eines guten Zweckes willen zur Anwendung eines gewagten Mittels mich entschließe, daß dieser gute Zweck auch mir zugute kommt. Menschen gegenüber gibt es keine Pflicht der Selbstverschwendüng, nur eine Pflicht der Gemeinsamkeit: des gemeinsamen Tragens und Genießens von Leid und Lust, der gemeinsamen Erfüllung von Aufgaben und Zwecken. Dieser gemeinsame Weg der Pflicht kann im Widerstreit gegensätzlicher Forderungen nicht immer gradlinig verlaufen. Oft sind Nebenwege einzuschlagen, die aber nur in Ausnahmsfällen und nur dort, wo das Gesetz es zuläßt, beschritten werden dürfen. Das Gesetz hat sich hier, wie die folgenden Beispiele zeigen, auf das Allernotwendigste beschränkt. Es ist sehr fraglich, ob ein Einzelner ein Verbot übertreten darf, um eine ganze Gemeinde vor Sünde zu bewahren. Wenn ד־א seinem Sklaven die Freiheit gab, so hatte er doch, auch wenn er dabei einem Verbote zuwiderhandelte, im Endeffekt Teil an einer Mizwah, während der Einzelne, der um