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Nahalat tsevi · 1932-06-01 · Heft 9-10 (Juni 1932) · p. Seite 267

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 9-10 (Juni 1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 267 (sequence 13)
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267 I. Krieg. 1Wir leben in einer ״völkerrechtlichen“ Atmosphäre, die zweifellos neue Kriege, wenn nicht einenWeltkrieg, vorbereitet. Der historisch geschärfte Sinn des Judenftäßt ih'n vielleicht es am klarsten herausfühlen. Jeder Krieg ist für das jüdische Bewußtsein ein doppeltes Verbrechen. Einmal weil es das im Judentum verwurzelte Menschheitsideal blutig zerschlägt; zweitens, weil es sich immer auf Kosten der jüdischen Volksmassen abspielt. Das Problem, das einfachste von allen, lautet: darf ein religiöser Jude an einem wie auch gearteten Kriege teilnehmen, an seiner Vorbereitung aktiv oder passiv mitwirken? Ist die jüdische Urforderung des שלום nur für die ruhigen Zeiten des Friedens gültig, oder tritt sie gerade in Kriegszeiten mit der unerbittlichsten Schärfe auf? .Wir hören von Friedensbewegungen innerhalb der katholischen, evangelischen oder anderen christlichen Qemeinschaften. Hören wir von jüdisch-religiösen? Es handelt sich dabei nicht um all jene ״Friedensgesellschaften“, die so sehr mit den heutigen Staaten verwachsen sind, daß man geneigt ist, von ihnen zu sagen: אין שלום אמר אלקי׳ לרשעים . Auch die Christliehen Friedensbestrebungen sind zu sehr mit der heutigen Staaten- und Kulturwelt verbunden, als daß sie ein unabhängiger Faktor der Bekämpfung des Krieges werden könnten. Die jüdische Religion, die an sich ein Eigenleben führt, könnte vielleicht einen ganz gruhdsätzlichen Kampf gegen das Ungeheuer des Krieges eröffnen. Denkt sie daran oder wird man bei den nächsten Völkermorden wieder ״Feldrabbiner“ auf allen Seiten der Schützengräben sehen? Ist das möglich, daß jüdische Männer, die zum Krieg eingezogen werden, mit religiöser Selbstverständlichkeit!erklären: Ich lehne es ab, weil ע5ךי אנכי? Nicht nur aus pazifistischen, sozialistischen, kommunistischen Gründen, sondern einfach aus dem einzigen Grunde, weil es verkündet war: לא תרצח? Man würde sagen, in dieser abstrakt lautenden Ewigkeitsformel sei keine Brücke zu der konkreten Zeit gegeben, in der der Jude sich ausleben muß. Aber nein! Der Ewigkeitswert dieser Formel besteht gerade darin, daß sie ״zeitgemäß“ ist, daß sie bewußt gegen die Mordabsichten unserer!Zeit auftritt. Man weiß, welche unzähligen Einwände der Jude gegen ein solches Eindringen seiner Religion ins Leben Vorbringen kann. Seine eigenartige Stellung in der großen Welt des רשעות

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