Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 7-8 (April 1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- Seite 253 (sequence 64)
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253 schichte der Völker und die Metageschichte seines Volkes haben ihm die lebendige Ueberzeugung vermittelt, daß es ein Menschengesetz Gottes, die Thora, gibt, ewig wie das Naturgesetz, und daß von ihm das endliche Heil aller Völker in ihrem geschichtlichen Sein abhängt. Noch aber kennt er die Thora nicht, noch kennt er nicht — Gott. Nur die tiefe Sehnsucht lebt in ihm, das metahistorische Leben!seines Volkes kennen zu lernen, sein göttliches Menschengesetz und sein metahistorisches Land. Alfred Roden will das sühnende Land nicht betreten, ehe sein Leben nicht den Vorschriften der Sühne empfangenden Thora entspricht. (Wird fortgesetzt.) Ein Gutachten von Rabbiner S.R. Hirsch זצ״ל. Frankfurt/M., den 14. Ijar 5645 29. 4. 85. S. Wohlgeb. Herrn M. Seewald, Babenhausen. Ew. Wohlgeboren haben mich um eine gutachtliche Aeußerung über die Frage ersucht: wie und was ein israelitischer Vorstand nach den bestehenden .religionsgesetzlichen Vorschriften in seinem Lebenswandel sein muß und soll? und namentlich: ob jemand, der den Sabbath durch Führung seines Geschäftes Öffentlich entweiht und sogar seine Frau und Kinder anhält diese Sabbath- und Festtageentweihung öffentlich durch Verladungen von Kartoffeln am Bahnhofe zu beschäftigen, zur Verwaltung religiöser Einrichtungen zulässig sei und demgemäß einer jüdischer Religionsgemeinde gewählt werden könne? Hierauf habe ich zu erwidern die Ehre: Es ist zuerst durchaus selbstverständlich, daß derjenige, dem die Vertretung und Verwaltung irgend welcher öffentlicher Institutionen anvertraut werden soll, in aller erster Linie, nächst allgemein bürglicher Unbescholtenheit durch seinen Charakter und;Wandel eine entsprechende Achtung und Wertschätzung dieser Institution an den Tag gelegt haben müßte, daß aber der!zu einer solchen Verwaltung und Vertretung völlig ungeeignet erscheinen muß, der sich durch seinen offenkundigen Wandel im Gegensatz zu diesen Institutionen, ja, als deren Feind und Verächter bekundet. Unmöglich kann von einem