Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 7-8 (April 1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- Seite 252 (sequence 63)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2551369-2551378-2551384--0742-2552239- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
252 schichtliche ,Wunder seines Volkes und verschreibt sein Leben der Metageschichte, in der die Gegenwart nicht von der Vergangenheit verschlungen, sondern, Selber geweissagt, von geweissagter Zukunft belebt wird. Mißversteht er ihn und wird er durch ihn, nicht zur Selbstversenkung in sein eigenes Judesein veranlaßt, jso;mag er den Völkern der Erde, losgelöst wie er, vermöge Seiner Herkunft, von ihrer Vergangenheit ist, ein neues Kapitel ihrer Geschichte aufschlagen, er mag sie aufrütteln!und auf rühren bis in ihre tiefsten Gründe: die Metageschichte der Völker, von der er jüdisch träumt, leitet auch er nicht ein, denn idas Metarecht Gottes kann er ihnen nicht bringen: aber der Metageschichte seines eigenen Volkes, dieser geweissagten, längst eingetretenen, ihm zum Greifen nahen Metageschichte seines eigenen Volkes geht er — verloren.- Daß ihm jder Sehnsuchtsruf seiner Seele zunächst zu SelbstbetraChtung, zunächst zu geschichtlicher Erfassung seines eigenen Phänomens geführt hat: dankbar erkennt Alfred Roden hierin den großen Glücksfall seines Lebens. Den Weg von erlebter Geschichte zu erlebter Metageschichte ist er gegangen. Im geweissagten Wunder des jüdischen Volks ist ihm die Ge- Schichtsoffenbarung Gottes!zuteil geworden, und aus dem geweissagten Wunder des jüdischen Volks ist ihm zugleich das Verständnis für!die Geschichtsoffenbarung Gottes im Leben der Völker aufgegangen. Die Golusgeschichte Israels und die — Golusgeschichte der Völker: beides zusammen erst, in wechselseitiger Ergänzung,!haben ihm das Bild des Gotteswirkens in der Geschichte vollendet. Wie es ein Gesetz gibt, das das Nebeneinander der Dinge regelt und sie zu einem Kosmos umwandelt, so gibt es ein Gesetz, das das Nebeneinander freier Menschen regelt und sie dadurch zum Kosmos der Menschenweit erhebt: Naturgesetz und Thora. Weil Gottes Menschengesetz, die Thora, die Menschen nicht beherrscht, darum das Chaos der Völkergeschichte, das Golus der Völker. Weil Gottes Menjsehengesetz, die Thora, die jüdische Nation nicht mehr beherrschte, darum das Golus der jüdischen Nation. Aber die ewig währende sühnende jüdische Nation und das ewig währende sühnende jüdische Land und die ewig währende, Sühne empfangende Thora Gottes: siehe, sie bestätigen positiv, was das immerwährende Golus der Völker nur negativ aussagen kann. — — — Noch aber steht Alfred Roden erst am Anfang. Die Ge-