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Nahalat tsevi · 1932-04-01 · Heft 7-8 (April 1932) · p. Seite 251

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 7-8 (April 1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 251 (sequence 62)
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251 aufzunehmen. Dieses Erlebnis ist durchaus gegenständlich, völlig objektiv. Seine!einzige subjektive Voraussetzung ist geschichtliche Aufgeschlossenheit.!Wer 1im! Mizrajim der Völkergeschichte versunken bleibt, kommt niemals zum Sinai. Auch' heute noch muß man aus Mizrajim ausziehen, um Gottes Stimme zu vernehmen. Wer aber aus Mizrajim, heute noch, auszieht, braucht nach Offenbarung nicht zu seufzen: die Stimme des metageschichtlichen Wunders der jüdischen Nation hallt nicht minder laut, ׳wie ■die Stimme Gottes am Sinai.- Alfred Roden schaut auf den Weg zurück, den er gegangen ist, und es ,ist ihm, als habe die Vorsehung ihn geführt. Eine Pforte zum Judentum hat sich ihm aufgetan, er steht nicht (mehr ganz draußen. Er weiß jetzt, daß das Judentum eine geschichtliche Erscheinung ist, und daß für den jüdischen Menschen, den sein Schicksal außerhalb des Judentums gestellt hat, nur die Geschichte zunächst als Lehrmeisterin des Judeseins in Betracht kommt. Er weiß jetzt, daß seine schmerzvolle Aufbäumung gegen die erlebte Geschichte der Völker das geheime Wirken seiner jüdischen Seele war, ihr Sehnsuchtsruf nach der Metageschichte seines eigenen Volkes. Gar mancher, dem Judentum völlig entfremdeter, Jude!hat diesen Sehnsuchtsruf ivernommen, hat sich, gleich ihm, gegen die erlebte Geschichte;der Völker aufgebäumt, hat aber geglaubt, Gewalt gegen Gewalt setzen zu müssen, Menschensatzung gegen Menschensatzung, und hat sich damit erst recht, immer tiefer, in die Geschichte der Völker verstrickt, dem Reiche des ewig kreisenden Schwertes sich verschrieben. Klar erkennt jetzt Alfred Roden die große Gefahr, der er entronnen ist. Als ihn damals das Jugendbrausen seines jüdischen Blutes der Umklamerung des Philisterlebens entriß, das letzten Endes nichts anderes ist, als ein fortgesetztes Er-sterben jeder Gegenwart, als er die Lebensunwürdigkeit dieser Gegenwart tiefstens erlebte, da stand er in Wahrheit vor dem Scheidewege seines Schicksals. Nichtjuden muß ein solches Erleben zwangsläufig zur — Revolution treiben. Juden werden durch ein solches Erleben entweder Revolutionäre oder— Juden. Es kann der Jude, ist einmal das jüdische Blut in ihm erwacht, die vieltausendjährige Gegenwart des kreisenden Schwertes, die vieltausendjährige Geschichte der!Verfolger und der Verfolgten, nicht bejahen. Versteht er den Sehnsuchtsruf seiner Seele richtig, so treibt es ihn zu den Urgründen seines Judeseins, xind er erlebt das metage-

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