Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 7-8 (April 1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- Seite 243 (sequence 54)
- Belongs to
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243 fremde Land auch immer feie den flüchtigen Fuß setzt, ist stets im ״Land ihrer Feinde“. f. ) ]Eine .Gottestat: die Ghettonot des Mittelalters, die Assimilationsnot ,der Neuzeit. g. ) ]Eine Gottestat: die Selbstbehauptung des wandernden Juden als Gottes Nation, die Fortdauer seines nationalen Bundes mit Gott, zum Ausdruck kommend in der fortdauernden Geltung (des nationalen Gottesrechts. h. ) ■Eine Gottestat: das untilgbare Bewußtsein des wandernden (Juden, daß sein leidenvoller Gang durch die Wüste der Völker ein Sühnegang ist. Alles (ist geweissagt. Alles ist in Erfüllung gegangen. — Doch [nein! Noch nicht .alles ist in Erfüllung gegangen. "Was feteht noch aus? ״Daß Gott sie heimbringt — 1m Land ihrer Feinde — oder (ihr Herz sich beugt, das ungefüge, und sie sühnen ihre Schuld —“ Ist flie Meinung so Vermessen, daß, wo alles Erfüllte geweissagt ist, auch das einzig!unerfüllt Geweissagte sich noch!erfüllen wird? — — — Das )also heißt, denkt Alfred Roden, das Judesein: Nicht Meta-Physik, sondern Meta-Geschichte. Zum mindesten hebt es damit (an, hat seine Wurzel in metageschichtlichem Geschehen und ^weitet sich hieraus erst zu metaphysischer Weltanschauung. (Ist das nicht ganz natürlich? Ist nicht jeder Mensch' zunächst gewordene und werdende Geschichte? Muß daher nicht Jede Selbsterkenntnis zunächst Geschichtserkenntnis sein? Nur (in!der Geschichte entfaltet sich das Wesen des Menschentums, der zeitlose Einzelmensch existiert nicht. Für die Erkenntnis des Menschen ist daher die Geschichte genau das, was für die Erkenntnis der Dinge die Natur ist. Die jüdische Nation im Golus, denkt Alfred Roden, ist ein [metageschichtliches Wunder. Die geschichtliche Erscheinung dieser Nation durchbricht :jede geschichtliche Erfahrung. Es ist nicht möglich, die geschichtliche Erscheinung irgend einer anderen Nation als Analogie heranzuziehen. Der Weltgeschichtschreiber, der es unternimmt, die :Schicksale der Nationen der Erde darzustellen, muß, wenn er methodisch richtig!verfahren will, sein Werk in zwei völlig getrennte Teile (zerlegen: in die Geschichte der jüdischen Nation und in die Geschichte aller übrigen Nationen. Er wird sich hierzu