Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 7-8 (April 1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- Seite 236 (sequence 47)
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236 Ahnens seit dem n״bp/ dem die neueste Psychblogie so viele Parallelen bietet, der Weg zu solchem neuen, noch1 in unseren Tagen zu fortgesetzter Consolidierung und Bewußtwerdung führenden Prozesse. Ebensogut freilich mag man diesen Vorgang in den Anläufen erahnen, die von der westlichen Judenheit her zur Neubildung eines Oesamtorganismus von Thorabefolgern unternommen worden sind. Jedenfalls ist mit dieser Frage jedem gesetzestreuen Juden zugleich die Aufgabe gestellt, sich auf sich selber und auf den unverfälschten Sinn seiner Gemeinschaft zu besinnen, wie ihn diese Blätter in Abwehr jedes abgespaltenen Zibburgedankens vertreten, ln ihr kann, wenn irgendwo, die Judenheit ihr Unreifestadium überwinden und ein klar herausgearbeitetes Kollektiv-Bestimmungswesen werden, im Vergleich mit dem man eigentlich anderen Völkern den Namen Volk, anderen Menschheitsfamilien den Namen Familie nur im übertragenen Sinne zusprechen könnte. Denn diese Namen haben nur dann ihren eigentlichen Sinn, wenn ein Volk oder eine Gemeinschaft ausschließlich dem Rhythmus derjenigen Tendenzen folgt, die im Akkord der Welttendenzen die Volkwerdung einläuten, und das ist nur möglich, wenn keinem aktuell-individuellen Triebe Folge geleistet wird, sondern nur dem von außen geoffenbarten und so gegen alle Subjektivität gesicherten Sollen, dem Willen Gottes. Mit den Worten I. Breuers (Messiassp. III—IV): Volk und Familie sind nicht Gegebenheiten, sondern Aufgegebenheiten, Namen aus dem Reiche des Sollens. Reines Volkstum ist nur die Thorabefolgung der Jakobsfamilie. — 5. Das Denken des Einzelnen wird nur selten etwas von allen diesen Vorgängen gewahr werden, immer seltener seit Nachlassen der psychischen Besetztheit geschehen gesunde Durchbrüche aus dem kollektiven Seeleninhalt ins Taghelle des Lebens und ins Merkliche. Uns allerdings kommt nicht einmal mehr dieses Nachlassen zu Bewußtsein. Um so weniger können wir davon sprechen, daß etwa uns auch nur in innerster Seele etwas davon merklich wird, wenn Loslösungen aus unserem Stamme sich Vollziehen. Hören wir davon, dann reagieren wir gemeindepolitisch, — wenn wir es;vollen. Aber daß wir solcher Vorgänge seelisch gewahr würden, — davon keine Spur, und gewiß nicht im Vorhinein beim Denken an unsere Nachkommen. Doch Erzvater Jakob hatte wohl eine solche Empfindung. Und diese Empfindung äußert sich kör-