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Nahalat tsevi · 1932-04-01 · Heft 7-8 (April 1932) · p. Seite 216

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 7-8 (April 1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 216 (sequence 27)
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das Bild des von Plato erträumten Idealstaates wiederspiegelt, ohne alle naturwidrigen Zwangsmittel Wirklichkeit wurde. Hierüber gibt das eine Erfordernis der Thora Aufschluß, dem wir bei Plato nichts Entsprechendes zur Seite stellen konnten, das וידעים! Mit diesem Worte wird das Verhältnis der Führer zum Volke geregelt, aber in einer der von Plato vorgesehenen! diametral entgegengesetzten Weise. Es wird ,nicht das Volk in Kasten geteilt, sondern מי יתן כל עם ה׳ נביאים ist die entscheidende Richtschnur. Das ganze Volk in allen seinen Gliedern ist dazu berufen und veqoflichtet, sich zur geistigen Höhe emporzuarbeiten. Man erwartet sogar von den sozial niedriger Gestellten, daß gerade von ihnen die höchste geistige Stufe erklommen wird. (הזהרו בבניהם של עניים שמהן תצא תורה) Darum ist auch das ganze Volk dazu berufen, bei der Auswahl der Führer entscheidend mitzuwirken. Dies besagt das kurze Wort וידעים : Die Führer müssen sich die Anerkennung des Volkes durch ihre geistigen und sittlichen Eigenschaften erworben haben. (עניו,שסל so daß רוח הבריות נוחה מהם) Erst wenn dies der Fall ist, kann ,eine Kooptation in die höchste Zentralbehörde erfolgen. (רמב״ם ב׳ סנהדרין). Das aber hat naturgemäß zur Voraussetzung, daß das Volk selbst auf einer derart hohen geistigen und sittlieben Stufe stand, daß ihm eine solche Mitwirkung bei der Auswähl der Führer anvertraut werden konnte. Damit stehen wir schon bei der Frage der Volkserziehung, welche in der Tat das Grundproblem darstellt. Wie sehr man die zentrale Bedeutung der Volkserziehung erkannte, erhellt aus dem Satze אין מבטלין תינוקית של בית רבן אפיי לבנין ביהמ״ק daß man die Schulkinder noch nicht einmal zum Bau des Heiligtums heranziehen dürfe, weil man sie dadurch dem Lernen entziehen würde. Sachlich aber war diese Erziehung ganz anders beschaffen als die moderne Schulbildung. Josephus (Altert. XX. 11.2) hebt hervor, daß bei den Juden nicht diejenigen angesehen sind, welche viele Sprachen beherrschen, da dies auch die Sklaven können. Angesehen seien vielmehr nur jene, welche sich mit der Lehre befassen. Wenn man die Erziehung durch die Thora der modernen Bildung gegenüberstellt, so liegt der formale Unterschied (abgesehen von dem sachlichen Gehalt des Bildungsstoffes, der natürlich in erster Linie bedeutsam ist) offenbar darin, daß die moderne Bildung mehr die reine Wissensübermittlung verfolgt,

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