Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 7-8 (April 1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- Seite 209 (sequence 20)
- Belongs to
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209 dort Kehillaus entstehen. Wir sind überzeugt, die Begründer der Chaluka würden den letzten von ihnen gesammelten Pfennig so verwerten, daß eine Kehilla alten Stiles in allen Siedlungen, im heiligen Lande entstünden, für die Kreise, welche mit einem gewaltigen, im Occident nicht erkannten und deshalb nicht gewürdigten Heroismus sich der Säcularisation zu erwehren versuchen. Es wäre Aufgabe der Aguda, den Kolalim diese Situation klar zu machen, es wäre Aufgabe des Rabbinischen Rates, den gesamten Occident über die Vordringlichkeit!dieser Aufgabe aufzuklären. Die so geschaffene Kehilla müßte eben diese Reservation werden, ihr müßte als Trägerin des Schulwesens die Erziehung der kommenden Generation überantwortet werden. Der neue von dem Highkommissionär veröffentlichte Entwurf von Nromen für das Erziehungswesen wird über kurz oder lang ja doch dazu zwingen, allen Schulen, Gemeinden als Träger zu geben. Sie!müßte sich so aufbauen, wie die alte Kehilla und sie müßte einen so weiten Rahmen spannen, daß alle, die Gegner der Säcularisation sind, darin Raum finden, behaglichen Raum. Da 1könnte man auch wieder einmal den Versuch machen, die soziale Fürsorge nach den Normen des Schulchan Aruch zu betätigen. Es ergibt sich dann ein interessantes Gegenspiel. Auf der einen Seite der ganz in den Anschauungen des Occidents befangene Zionismus, dem gerade deshalb Galuth, sinnlos geworden ist, der ,in Palästina auch das köstlichste Erbe des Galuth, die Kehilla, in seine Bahnen zu zwingen versucht und sich dabei recht — galuthmäßig der nichtjüdischen staatlichen Macht zu bedienen versucht mit mittelalterlicher Entrechtung des alten Jischuw, auf der anderen Seite die Kehilla, welche die;Geheimnisse ihrer Konstruktion einer Zeit entlehnt, in der idealistische!gottesgerichtete Träume und Bestrebungen den Kulturinhalt des jüdischen Volksbegriffes bildeten. So könnte es in Palästina tagen. Es wäre ein Sieg des Orients. P. K.