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Nahalat tsevi · 1932-04-01 · Heft 7-8 (April 1932) · p. Seite 208

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 7-8 (April 1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 208 (sequence 19)
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3Ö8 Presse“ diese Frage zur Debatte gestellt, allerdings ohne nennenswerte Reaktion. Neuerdings hat, in einer allerdings ganz anderen Sphäre Dr. Kadmi Cohen!diesen Punkt aufgegriffen. (Dr. Kadmi Cohen, Ein Beitrag zur Frage des Großzionismus, Paris ״le Triangle“. Eine Besprechung dieser ganz eigenartigen Ideenfolge bleibt Vorbehalten.) So lange die Einwanderer nicht entschlossen sind, sich! etwas weniger gegen die Orientalisierung zu wehren, wird der Konfliktsstoff in der Umgebung stetig wachsen. Denn der Gegensatz Araber—Juden ist nicht bloß ein machtpolitischer, sondern in seinen letzten Wurzeln ein kulturpolitischer. Nun haben aber alle orientalische Völker als Protest gegen die Materialisierung der Lebensbeziehung eine Art von Reservation für rein geistige, nicht auf Erwerb abzielende also, wie man heutzutage zu sagen beliebt, unproduktive Tätigkeit und für die Pflege des Gemütslebens geschaffen. Dieses hat ebenso die jBrahminen, die Lama, wie auch die Derwische geschaffen. Man geht fehl, wenn man darin bloß etwa eine Erfindung schlaueer und berechnender Priester erblicken wollte; vielmehr entsprachen derartige Einrichtungen!und Personengruppen den inneren Sehnsuchtsbedürfnissen eines Volkes. Und es ist wahrlieh ein nicht gutes Zeichen für den Geist einer Zeit, wenn man auch derartige Reservationen nur von dem Gesichtswinkel materieller, produktiver Interessen betrachtet, bekämpft, vernichtet. Dagegen wehrt sich alles, was Orient heißt. Uebrigens könnte man diesen Faden weiter ausspinnen und behaupten, daß bis tief in die Neuzeit hinein auch jm Odcident solche Erscheinungen sich geltend machten und sich bewährten, bis der Mangel an Ehrfurcht von der Welt des Geistes und Gemütes einerseits, allerdings auch andererseits gewisse!Entartungen im Kreise dieser Erscheinungen und die Sieghaftigkeit des Kerngedankens des Chassidismus ist auch heute noch eine solche Reservation in nuce. Blickt man auf die Vergangenheit im Galuth zurück, so erkennt man, daß der Rettungsanker in kritischen Zeiten, die Freude der ruhigen Tage — die Kehilla war, ohne staatlichen Zwang die Heimstätte idealer Bestrebungen. Will man nun ernstlich den Versuch machen, trotz aller modernen Bestrebungen, trotz aller Wirtschaftlichkeiten, trotz der Säcularisierung des jüdischen Volksbegriffes, dem heiligen Land noch irgendwie den Charakter der Heiligkeit zu wahren, so müssen

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