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Nahalat tsevi · 1932-04-01 · Heft 7-8 (April 1932) · p. Seite 199

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 7-8 (April 1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 199 (sequence 10)
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auf dem Har Hasesim, und mir schien es, als ob sich von dort Ströme des Lebens .über die Erde ergössen. 5. Etwas Beschwingtes, der Erdenschwere Entrücktes lag schon in den Bewegungen dieses einzigen Mannes, der in beispielloser Bedürfnislosigkeit bis an die Grenze des Möglichen sich der Materie!entzogen hatte. Seine Haltung war meist leicht nach vorn gebeugt, als wollte er auch äußerlich zeigen, daß er das göttliche Joch des Herrn dieses Landes trage. Stand er aber in Emphase auf, so war er von einer wahrhaft imponieren* den Größe. Als!er, bereits im hohen Alter, die Frau eines führenden Rabbiners zu Grabe geleitete und, am Freitag Nach* mittag, ein Araberzug von endloser Länge in Sicht kam, dessen Vorbeimarsch der nahende Sabbath nicht mehr gestattete, begann er mit!einer Schnelligkeit zu laufen, daß die übrigen Teilnehmer, auch die jungen, ihm kaum zu folgen vermochten. Und dieser gestählte Körper barg eine heroische Seele. Als vor wenigen Jahren eine zionistische Hitlergruppe sich1 seinem Hause nahte, um wegen des ״Verrates“ der unabhängig Orthödoxen an ihren Führern mit von Edom geliehener Schlagkraft Rache zu nehmen — schon hatte sie einen anderen Führer mißhandelt —, da riet man ihm, sich' in Sicherheit zu bringen. Er blieb. Als die Gruppe ankam!, trat er hinaus vor sie und, sich zu seiner ganzen Größe aufrichtend, fragte er sie voll ruhiger Güte: Jiden, was wollt ihr von mir? Einen Augenblick atemlose Stille. Dann kam die Antwort: Wir wollen nichts vom Rebben. Und einer nach dem anderen kam heran zu ihm und küßte ihm die Hand. — Unserer Ueberlieferung gelten die meisten Kriegshelden des biblischen Richter- und Königszeitalters zugleich als große Talmudgelehrte; eine Verbindung, die uns im Goluss kaum nachfühlbar ist. Rabbiner Sonnenfeld hätte ich mir sehr wohl vorstellen können, an der Spitze eines gottbegeisterten jüdischen Heeres den Götzendienst der Fremde vom heiligen Boden unseres Landes abzuwehren. So sah der Mann aus, den die Vorsehung aus der Stille seiner Lernstube, an Jahren ein Greis, dazu berufen hatte, den Entscheidungskampf mit dem Zionismus, den Entscheidung«- kampf um Sein oder Nichtsein der Gottesnation mit dem Zionismus aufzunehmen, der mit der Balfour-Deklaration als Sieger

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