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Nahalat tsevi · 1932-04-01 · Heft 7-8 (April 1932) · p. Seite 196

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 7-8 (April 1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 196 (sequence 7)
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196 solche bejahte er sie und fand sie wert, die Thbra als Trägerin von Vergangenheit und Zukunft mit ihr in Auseinander- Setzung treten zu lassen. Ueberraschend fand ich auch hierin die Uebereinstimmung־ der seelischen Haltung Rabbiner Sonnenfelds mit der Rabbiner Hirschs. Rabbiner Sonnenfeld besaß, gerade weil die nationale und Welt-Herrschaft der Thora ihm Realität war, das förmliche Verlangen, (die geistige Auseinandersetzung;zwischen Thora und Welt vorzunehmen, ln unvergeßlichen Nachtstunden brachte er mir, ein genialer Meister des Gesprächs, die Rede auf das Verhältnis der Thora zur Natur, knüpfte an die ersten Blätter des Pentateuchs an, und seine Augen begannen zu glühen, und sein Mund strömte über: mit tiefer Erschütterung stellte ich innerlieh völlige Wesensgleichheit mit den Grundgedanken meiner damals noch nicht erschienenen, nur im Manuskript vorliegenden Schrift über ״die!Welt als Schöpfung und Natur“ fest, einer Schrift, die ganz und gar auf der Lehre Rabbiner Hirschs beruht. Er sprach mit mir über die Stellung der jüdischen Frau im Rechtssystem der Thora. Ganz nach der Methode Rabbiner Hirschfe arbeitete er zunächst die Gegensätzlichkeit zu den fremden Rechtssystem heraus, um alsdann in der Gegensätzlichkeit der leitenden Grundgedanken, in der Gegensätzlichkeit des mutmaßlichen Sinnes, den versöhnenden Ausgleich zu finden. Ehrerbietiger habe ich niemand je über die Frau sprechen hören, als diesen Großen in Israel. Er sprach mit mir über das metaphysische Verhältnis Gott- Schöpfers zur Schöpfung; Worte grandioser Weltaufgeschlossenheit; Worte eines tiefsinnigen Philosophen; der Glanz der Geheimlehre unseres Volkes, von Rabbiner Hirsch in seinem Ausgangswerk sehnsüchtig gepriesen, war über sein herrliches Antlitz gebreitet. 4. Aber war nicht Rabbiner Sonnenfeld, in vollendetem Gegensatz zu Rabbiner Hirsch, ein Exponent der Bildungsfeindlichkeit? Der Wortführer des ״berüchtigten“ Cherem? Ich habe Rabbiner Sonnenfeld als einen Mann von seltener Bildung kennen gelernt. Ich spreche nicht von seinem keineswegs geringen konkreten weltlichen Wissen. (Rührend war es, wie er mir mit seinem lieben Lächeln zu erkennen gab, daß sein

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