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Nahalat tsevi · 1932-03-01 · Heft 5-6 (März 1932) · p. Seite 187

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 5-6 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 187 (sequence 49)
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Stimmungen für alle Zeiten Volk und Land unauflösbar verknüpfen und dadurch allein das Land zu ״unserem“ Lande gestalten? Nicht Religion, sondern Geschichte ist der Schauplatz des Judentums, Völkergeschichte, und diese ganze, Wort für Wort in Erfüllung gegangene Weissagung, Weissagung sowohl wie Erfüllung, lassen jedem Auge, das nur sehen will, das jüdische Phänomen als einen metaphysischen Durchbruch Gottes in die Völkergeschichte, als wahres und eigentliches Geschichtswunder, als einen täglich erlebbaren Gottesbeweis erkennen. ׳-—׳ ״Und ihr im Land eurer — Feinde.“ ״Ich bringe Verzagtheit in ihr Herz in den Ländern ihrer — Feinde.“ ״Es zehrt euch auf das Land eurer — Feinde.“ ״Ich bringe sie heim im Lande ihrer — Feinde.“ ״Wie sie da weilen im Lande ihrer — Feinde.. Wissen die Antisemiten, fuhr es Alfred Roden durch den Sinn, daß auch sie mit einer Klarheit und Deutlichkeit geweissagt sind, die, über alles Menschenmögliche hinaus, unmittelbar ins Metaphysische verweist? Fünfmal spricht die Weissagung es aus, daß Israel, seines Volkstums im Sinne allgemeiner Ge- Schichtserfahrung längst entkleidet, längst unter alle Völker der Erde zerstreut, sich dennoch stets und immer, vom ersten Tage des Golus bis zur Stunde der endlichen Erlösung, im ״Lande der Feinde“ befinden werde. Wissen es die Antisemiten, wissen es die Juden selber, daß der Antisemitismus, der von Babel-Rom bis zum Deutschland der Nachweltkriegszeit reicht, einen geradezu unwiderleglichen Beweis der Metaphysik jener Weissagung darstellt? Wissen sie es, daß jeder deutsche Antisemit, der sein rohes Lästermaul gegen Juden und Judentum aufreißt, seine verfluchte Hand zur Schändung jüdischer Gräber reckt, sein barb-arisches Mütchen an wehrlosen jüdischen Greisen kühlt, wider seinen Willen als Kronzeuge für die Wahrhaftigkeit göttlicher Weissagung ersteht? Gibt es noch einen Menschenschlag auf Erden, der schutzloser ist als der jüdische? Gibt es noch einen Menschenschlag auf Erden, den der Haß der Völker ununterbrochener verfolgt!hat? Und Menschenzunge sollte imstande sein, solchen die Jahrtausende überdauernden Haß im voraus zu verkünden? Warum hassen denn die Völker? Hassen sie ihr Glück, ihre Macht, ihren Einfluß, ihre Aufdringlichkeit, ihren Erfolg, ihre gesellschaftliche Unart? Es hatte Zeiten gegeben — auch sie geweissagt! —da die Juden die

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