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Nahalat tsevi · 1932-03-01 · Heft 5-6 (März 1932) · p. Seite 185

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 5-6 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 185 (sequence 47)
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die drei diktatorischen Sporte wie eine Selbstverständlichkeit, wie ein absolut vollstreckbares Urteil aus, gegen das es, einmal verkündet, keine Berufung und keine Revision mehr gibt, und dieser ״jemand“ bezeichnet zugleich sich selbst als den Vollstrekker dieses Urteils, das über ein ganzes Volk ein Martyrium von Jahrtausenden verhängt, das jedes!Gleichnisses spottet. Nicht etwa: ״ihr werdet zerstreut unter ’die Völker“, sondern: ״ich zerstreue euch unter die Völker.“ ״Jemand“ spricht, ״jemand“ urteilt, ״jemand“ vollstreckt. 1 ״Es bleibt euer Land aber öde, und eure Städte bleiben T rummer.“ ( Wie?Was ist das? ״Euer“ Land?״Eure“ Städte?Auch das weissagt ״jemand“? ״Euer“ Land? Das Volk wird ״zerstreut unter die Völker“, verliert jeden territorialen Zusammenhang, lebt all die Jahrhunderte in fernster Verbannung — und immer noch: ״euer“ Land? Alfred Roden rechnet nach und stellt fest, daß dieses Volk weit mehr Jahrhunderte in der Verbannung lebt, als es jemals in ״seinem“ Lande zugebracht hat. Alfred Roden nimmt seine ganze Nüchternheit, seine klarste Verstandeskraft zusammen und bemüht sich peinlich, jeden Ansturm der Gefühle fernzuhalten. Was besagt denn dieser Satz? Ist sein Sinn nicht völlig eindeutig? Enthält er nicht die trockene Weissagung einer durch die Geschichte bestätigten Tatsache, deren einzigartige Unwahrscheinlichkeit nicht die kühnste Phantasie im voraus zu fassen! vermag? Der ewig wandernde Jude, den die Jahrhunderte über Berg und Tal, über Flüsse und Seen, über Wüsten und unermeßliche Ozeane in fiebernder Rastlosigkeit jagen, der ewig wandernde Jude, der durch alle Völker hindurchgeht, von ihnen allen zählende Fremdart annimmt, sich selbst aber als Generalnenner mit wundersamer geweissagter Beharrlichkeit darunter setzt, durchsetzt: er ist zugleich der bodenständigste aller Menschen, mit der gan2en Melodie seines!liebenden Herzens und seiner erinnerungtrunkenen, hoffnunggeschwellten Seele ״seinem“ Lande angehörig, dessen Oede seine Oede, dessen Trüimmer seine Trümmer, dessen Zukunft seine Zukunft-: ״Erez Jisrael“: die in diesem liebeumworbenen Wort zum Ausdruck gelangte wahnsinnig phantastische Beziehung eines Jahrhunderte in gräßlicher Zerstreuung lebenden Volks zu seinem in grauester Vergangenheit, ach! so kurz nur besessenen Land, das es nicht vergessen, auf das es nicht verzichten, ohne das es

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