Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 5-6 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 183 (sequence 45)
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Worte zu seinem :Volke rissen und ihm dessen ganze ge* schichtliche Erscheinung offenbarend deuteten? Und es kamen diese Worte über Alfred Roden, als wären sie erst heute zum ersten Male und zu ihm gesprochen. Alfred Roden fragte sich: Gesetzt, das Judenvolk wäre ohne diese Worte in die Verbannung gezogen, und es hätte ein tiefes Geheimnis über diesem Volke sehnender Oede und über jenem Lande sehnender Oede gebrütet, und es wäre plötzlich eine solche Schrift am Sinai gefunden worden, unzweifelhaft aus einer Zeit stammend, da weder Volk noch Land seine Jahrhunderte währende Sabbathsühne begonnen: möchte nicht jedermann in dieser Schrift die metaphysische Bewährung des Judeseins erkennen, nicht jedermann sie zum Programm des jüdischen Handelns machen? Und Alfred Roden fragte sich: Wenn die Zeitgenossen dieser Schrift, die ersten Empfänger ihrer, jede sonstige ge* schichtliche Erfahrung sprengenden, ungeheuerlichen Voraussage, imstande gewesen wären, ihre buchstäbliche Bewahrheitung zu erleben, das buchstäbliche Eintreffen all dessen, was über Land und Volk in all seiner begriffswidrigen Unwahrscheinüchkeit verheißen ist: hätten sie hierin nicht, wie einst am Berge Karmel, wie einst am Berge Sinai, ja mächtiger noch als hier und dort, ein solch überwältigendes Hervortreten Gottes gefunden, daß sie, mit Fingern auf ihn weisend, in den alten Huldigungsruf ausgebrochen ,wären: Er, er ist Gott!, in den alten Gehorsamsruf: Wir wollen tun und hören!? Und es kamen diese Worte in ihren heilig hebräischen Urlauten über Alfred Roden, Urlauten, wie sie, schon der Melodie nach, in keine sonstige Sprache überzuleiten sind, und er zwang sich zu Ruhe und Selbstbesinnung, argwöhnisch sich fragend: Ist dies ,am Ende das — Erlebnis, von dem der Doktor Seelenfreund, und auch Herr Hurtig, mir redeten? Bin es am Ende doch nur — ich selbst, der mir Garant der Wahrheit dessen sein muß, was diese Worte mich' erkennen lassen? Ueberrennen diese Worte ,in mir Verstand und Vernunft und entflammen statt dessen!irgend ein — Gefühl, das alsdann Verstand und Vernunft;verzehrt? Wie kommt es, daß, trotz dieser von der Geschichte in einer geradezu unfaßbaren Weise bestätigten Worte, die Schmach des jüdischen Volkes auf Erden nicht geschwunden ist und im jüdischen Volk selber die Untreue, die geistige Verwirrung mehr und mehr um